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Alle Jahre wieder endet das Tanzjahr mit Manis’ Weihnachtsfeier, einer lockeren und fröhlichen Veranstaltung mit gepflegten Speisen und ganz viel Tanz. Veranstalterin Manis kann sich meist vor Auftritts-Anfragen kaum retten, und auch die Plätze für die zahlenden Gäste sind in der Regel rasch vergeben. Denn neben beschwingter Unterhaltung findet sich hier auch immer ein Moment, alten Freunden Hallo zu sagen und neue kennenzulernen. Und das alles in gelöster Stimmung.

"O DU FRÖHLICHE …"

Bei Manis auf der Weihnachtsfeier 2015

- von Marcel Bieger

– Eingangs schon angekündigt treten auch einige wenige Männer auf, einer ist der bereits aus dem Vorjahr bekannte Rainbow Heart, der uns mit sehnsüchtigen Isis-Flügeln unterhält. – Beate & Sophia tanzen schon seit Jahren mit Manis und haben sich in diesem Jahr wieder für eine ihrer Choreographien entschieden. Ein „burlesque“ mit Stuhl und viel lateinamerikanischer Musik. – Und damit zu etwas ganz anderem, einem Tribal Fusion, dargeboten von der Köln-Bonner Gruppe Mandara, die sich immer weiter nach vorn entwickelt. Zeitgenössisches und klassischer Bauchtanz bilden die Grundlage ihres Tribal Fusion.

Ines & Petra arbeiten schon jahrelang mit Mojgan zusammen und begeistern uns mit einem „Iraqi“, einem nicht oft zu sehenden Haartanz noch wilder als der „Khaleegy“. – Das Duo Aziza Ahazar hat für heute einen Lichtertanz mit Zimbeln vorbereitet und trägt ihn anmutig vor. – Zum Abschluß des ersten Blocks Dia Dence mit ihrer Gruppe The Venus Trap: Sie tanzen einen Swing und haben sich dazu in nachempfunde Uniformen von Flugbegleiterinnen der damaligen Zeit geworfen.

Den 2. Teil eröffnen Bruno & Elli Assenmacher mit der „Trommelgruppe tanzhaus.nrw“. Das schafft nach der Essenspause gleich wieder Laune auf weitere Tanz- und Musik-Einlagen. – Susanne & Hanni & Esther unterhalten uns bestens mit einem Schleiertanz nach einer Choreographie von Manis. – Und weil es so schön ist, noch eine Manis-Choreographie, mit einen Saidi-Stocktanz dargeboten von einer Großgruppe (der Mittwochsgruppe), und da klappt alles bestens. – Johara Candan erfreut uns mit einem sehr schön klassisch getanzten Baladi wie aus dem Lehrbuch. – Djumana und ihre Gruppe haben das alte Pop-Stück „Don’t Let Me Be Misunderstood“ mitgebracht und tanzen dazu eine Mischung aus Spanischem und Orientalischen Tanz.

Die Gruppe Djumana von Amierah Hazara ist nun mit einem Arabischen Tanz im modernen Gewand an der Reihe, besser gesagt, sie lassen ein großes lebendes Bild auf der Tanzfläche entstehen, in dem sich ständig irgendwo etwas Neues tut. Ebenso spannend wie allerliebst. Als nächstes Dunyazad mit einer langsamen Latin/OT-Mischung, angelehnt an eine Choreographie von Manis’ Duo-Partnerin Gamila. – Und noch einmal die Mittwochsgruppe mit einer von Manis entwickelten Choreographie für das Trommelsolo „Jul Al Hadis“. Schwungvoll. - Yasmina beschert uns einen schwungvollen klassischen Raks Sharki mit Schleier-Entrée und allem, was sonst noch so dazugehört. – Ihr folgen Juhana und ihre Gruppe mit zwei Hula-Stücken. Das erste ein Gospel, dessen Gebetstext die Leiterin in deutscher Übersetzung mitspricht.

Djumana & Nancy haben noch etwas für uns im Gepäck, sie zeigen uns jetzt nämlich die hohe Kunst des Doppelschleiertanzes (nach eigener Choreographie). – Das Ende des zweiten Blocks rückt näher, es folgen zwei ungewöhnliche Stücke: die Gruppe Nour el Amal interpretiert Tschaikowskys Ballett-Klassiker „Schwanensee“ in der Bearbeitung (des Musikers) Schiller. Da lohnt das Hinsehen.

Und schlußendlich die große Hoffnung am Tribal Fusion-Himmel,
"Coaldust". Sie zeigen uns ihr mehrfach preisgekröntes aktuelles Stück „Baby“ mit einer ausgefallenen Gruppen-Choreographie. Die tänzerische Leiterin, Cristina Zegarra, hat sich zur Feier des Tages in das Ensemble „geschmuggelt“. Und sie haben einen leibhaftigen Mann in der Truppe.
Der dritte Teil beginnt sehr ungewöhnlich: Marvin Dillmann spielt auf seiner Didgeridoo. Die dunklen, aus der Tiefe des Instruments stammenden Töne verzaubern uns. – Und gleich weiter mit Musik, die Trommelgruppe des tanzhaus nrw ist schon wieder am Zuge, diesmal mit ihrem Klassiker „Tuppes“.

Damit noch lange nicht genug erwartet uns nun auch noch eine Gesangs-Darbietung: Sophia Chariarse, sonst eine gefeierte Tribal Fusion-Tänzerin, hat das Fach gewechselt und trägt uns ein Lied von Mariah Carey vor. Ihr Fundament im Jazz Rock ist nicht zu überhören. – Aus Rußland kommt Natasha Bastron, wohnt aber seit einiger Zeit in Deutschland und begeistert mit einem ebenso technisch perfekten wie voller Leidenschaft vorgetragenen Doppelschleier-/Voi Poi-Stück. – Es folgt Manis' Auftrittsgruppe Safira. Sie schweben zu acht mit Isis-Flügeln durchs Foyer, natürlich zu einer Choreographie der Meisterin. – Amierah Hazara haben wir heute schon einmal bewundern können, sie verabschiedet sich nun mit einem leidenschaftlichen Khaleegy von uns. Die Choreographie zu diesem Stück stammt übrigens von der großen russischen Künstlerin Nadia Nikischenko.

Endlich wieder einmal zu sehen, Sway, die sich etwas ganz Besonderes zum Thema Schleier hat einfallen lassen. Wie aus einem Kokon tanzt sie sich aus der Schleier-Umhüllung, um danach wie ein Schmetterling zu „flugtanzen“. – Ayeris’ Tanz sieht man ihre Herkunft aus dem modernen Ballett an. Sie vermengt das mit klassischem OT und zeigt uns so ein hervorragendes Beispiel für das, was sich gerade Spannendes in selbigem tut, das Genre öffnet sich nämlich zur Fusion mit anderen Stilen. – Mehrere Männer waren versprochen, und jetzt gibt es noch einen, den weltbesten tanzenden Schneider oder schneidernden Tänzer Pierre Moussa mit einem verspielten, aber auch eleganten Orientalischen Tanz.

Cristina Zegarra erscheint nun ohne ihre Gruppe und präsentiert uns einen einfühlsamen und vollständig improvisierten Tribal Fusion. – Bleiben wir im Genre, zu den Pionierinnen desselben gehört unbestreitbar Henneth Annun, die uns eines ihrer innigsten Stücke in einer reifen, abgeklärten Interpretation vorführt. – Zu den überzeugendsten neuen Talenten gehört die Libanesin Iman, deren Shaabi man sofort ansieht, daß sie einen ganz anderen Zugang zu den Tänzen des Nahen Ostens hat.

Und leider und viel zu früh (auch nach viereinhalb Stunden) geht die schöne Weihnachtsfeier zu Ende, als Manis selbst mit leuchtenden Isis-Flügeln erscheint und uns mit ihrem romantischen Tanz bezaubert und in Weihnachtstimmung versetzt. Ja, da kommen wir gerne 2016 wieder …

Für die Türchen eines Adventskalenders waren es mit 36 Auftritten einfach zu viele, dafür war es aber wunderschön und familiär und festlich und vor allem, weihnachtlich. Manis, die bekannte Tänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin aus Köln (zur Zeit Düsseldorf), lud zu ihrer alljährlichen Weihnachtsfeier an den neuen Ort, das Foyer des „tanzhaus.nrw“. Das Restaurant, das so viele Jahre als Austragungsort diente, hat leider geschlossen. Aber die neue Umgebung - die vielen Fenster, das köstliche Büffett vom im Haus niedergelassenen „Deans Bistro“, und die flotte Aufteilung der Tische und Sitzgelegenheiten auf zwei Etagen – das alles löste gleich gute Laune aus, und wenn es dort mit den Weihnachtsfeiern weitergehen sollte, kommen sicher viele, viele, viele immer wieder gerne wieder.

Manis lädt für ein solches gemütliches und fröhliches Beisammensein keine amerikanischen Stars ein, sondern die Künstler aus der Region. Und wenn man sich vor Augen führt, wer alles so aus dem Rheinland kommt, ist man doch für einen Moment baff. Damit sind nicht nur die Tänzerinnen gemeint, die es national geschafft oder sich sogar international einen Namen gemacht haben, sondern auch diejenigen, die aus Spaß an der Freude tanzen, die mit viel Elan und noch nicht ganz fertiggeschliffenem Talent zeigen wollen, was sie sich bereits erarbeitet haben oder die den Menschen einfach nur ein paar Minuten Freude bereiten wollen. – Manis bedient die Musikanlage, Manis sagt jeden einzelnen Auftritt an, und Manis gibt sich zum Schluß auch selbst die Ehre (und alle im Saal warten schon darauf).

Werfen wir nun einen kurzen Blick auf das, was sich da auf der Freifläche vor der großen Fensterfront (auf deren anderer Seite sich die Zaungäste die Nase plattgedrückt haben) getan hat:

Start frei für die Donnerstagsgruppe von Manis, die uns zu den Geigenklängen von „Crystallize“ einen Fächerschleiertanz nach einer unverkennbaren Manis-Choreographie mitbringt, - Shayna Nurah, unlängst mit ihrer Tanzpartnerin Vize-„Bellydancer of the World“ geworden, tanzt jetzt solo einen klassischen Orientalischen Tanz. Eine junge Künstlerin, in der noch viele Möglichkeiten stecken. – Taslima ist eine Gruppe, die im letzten Jahr auf der Weihnachtsfeier viel Pech hatte, die Musik-CD wollte einfach nicht laufen. In diesem Jahr drücken ihnen alle die Daumen, und es klappt wunderbar.

Eine wirkliche Meisterin ist Hanan, die uns mit einem Baladi erfreut, der in einen Saidi übergeht, den sie dann traditionell mit einem Stock begleitet. So etwas sieht man nicht alle Tage. – Nach einer Choreographie von Henneth Annun und Lily Qamar tanzt die Gruppe Djumana den Tanz mechanischer Puppen, ein Steampunk-Stück mit erstaunlichen Bewegungen. Daß sich auf einer Bauchtanz-Veranstaltung nicht immer streng ans Lehrbuch gehalten werden muß, beweist die Gruppe Hula mit zwei getragenen polynesischen Tänzen. – Zwei Tänzerinnen aus Manis’ Montagsgruppe tragen zu einer ihrer Choreographien ein schwungvolles Trommelsolo als Latin-Afro-Mix vor. Da sieht man es wieder, gelernt ist gelernt.

Nicht verpassen! Am 5. Februar 2016 die "1. Oriental Fusion Gala" mit tollen Künstlern im Capitol in Düsseldorf!
Infos unter:
www.manis-tanz.de oder info@manis-tanz.de.
Karten unter:
karten@deansbistro.de, Kartenhotline: 0211 54476512

... außerdem am 6. Februar: "Die 24. Reise der Karawane" - Projektshow unter der Leitung von Manis im tanzhaus nrw, Düsseldorf
Infos und Karten unter:
www.tanzhaus-nrw.de
Homepage Manis: www.manis-tanz.de
Fotos © Konstanze Winkler
Und so begab es sich nur wenige Stündlein vor Mitternacht, daß zusammenkam viel Volk zu schauen die neue Weihnachtsfeier von Manis im Tanzhaus zu Düsseldorf, dortselbst sie versammelt der Tänzerinnen viel und feine Schar. Auch der Herren waren dabei deren drei, was gab viel Gejohl’ und Geschrei ...