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Wieder sind unsere Außenreporterinnen unterwegs gewesen, diesmal hat es Doro und Michaela vom Wiener Duo Nakari zum Festival “Tribal Prague” verschlagen. Sie waren schon einige Male dort und reisen immer wieder gern in die tschechische Hauptstadt. Uns hingegen gefällt der ebenso herzliche wie sachkundige Stil der beiden, und deswegen halten wir jetzt nicht länger auf, sondern geben gleich weiter an:
"IM ZEICHEN VON SWING UND ATS"
Festival „Tribal Prague” 2016
- von “Nakari”
(Übersetzung von Marcel Bieger)
Und wieder einmal ging ein Tribal Prag Festival viel zu rasch zu Ende. Ein ganz dickes Dankeschön an die beiden Veranstalter Martina Viewegowa und Katka Galeb. Jahr um Jahr bringen sie in Prag die Tribal-Familie zusammen, und wir können voller Stolz sagen, daß wir auf fast allen Festivals an der Moldau dabeigewesen sind. Wieder liegt ein Wochenende voller Workshops und zwei Abend-Shows hinter uns, auf denen sich einheimische Künstler in großer Zahl und Gäste und Lehrerinnen aus ganz Europa ein Stelldichein gaben. Die beiden Star-Gäste in dieser 7. Ausgabe der Show-Reihe waren Mardi Love aus den USA und Mareike Beiersdorf aus Deutschland.

Wir schätzen Mardi sehr. Von ihr sagt sogar die Tribal Fusion-Göttin Rachel Brice: „Die wahren Tanz-Heldinnen, die meinen persönlichen Tanz-Stammbaum aufgezogen haben, waren: Jamila Salimpour, die alles John Compton und Masha Archer beigebracht hat, diese wieder

Wie schon gesagt waren wir nicht zum ersten Mal in Prag, und in einer so traumhaft schönen und geschichtsträchtigen Stadt entdecken wir ständig etwas Neues, das sich zu besuchen lohnt. Zwischen den Workshops und den Shows konnten wir einen Abstecher zum „Alfons-Mucha-Museum“ machen. Wir sind langjährige Fans des berühmten Graphikers und Malers und können jedem nur einen Besuch dieses Museums empfehlen. Die Nächte haben wir in der Gesellschaft der Tänzerinnen von „Hurriya“ und „Bellatrix“ im Studio verbracht.

Und jetzt folgt uns bitte zu den Shows ins Theater …
Freitags-Show

Die Show beginnt mit Tamawi, einer Schülerinnengruppe von Martina Viewegová. Fünf Tänzerinnen lassen ihre Schleier im improvisierten Prager Tribal Style zu langsamer traditioneller Musik fließen. - Es geht weiter mit Tereza Varona und Parwana, eine Kollaboration zwischen Prag und Brno (Brünn). Das ATS-Duo zimbelt die dynamischen Wechsel zwischen langsamem und schnellem Tempo des “Helm”-Klassikers “Kakore Ja”. – Wie eine mittelalterliche Wald-Fee huscht Bára Mólová, Pragerin und Schülerin von Martina Viewegová, über die Bühne. Dazu die bezaubernden Klänge eines Lieds von Värttina, der finnischen Folklore-Kapelle. Bàra verbindet gefühlvolle Bewegungen mit Elementen der Bodenarbeit.

Katka’s Galeb Ladies (Prag) kommt der Heimvorteil vollauf zugute. Für ihren heißen Swing-Fusion erhalten sie vom Publikum stürmischsten Applaus. Die neun Tänzerinnen bringen den ganzen Saal „In the Mood“. Sie nutzen ihre große Anzahl für einige lustige Formations-Wechsel und nehmen mit ihren kess-komischen Einlagen die ganze Bühne ein. 

Die dämonische Eve zieht sich selbst aus den Tiefen der Hölle und schlägt uns gleich mit ihrer starken Darbietung zu „Homeostasis“ von Nostalghia in ihren Bann. Sie setzt all ihr tänzerisches Vermögen und ihre tiefe emotionale Verbundenheit dazu ein, ihre Geschichte überzeugend vorzutragen. Die Münchner Künstlerin sucht ständig nach neuen Impulsen und einem dynamischen Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Freiheit, und sie zwingt sich selbst wie auch das Publikum, die eingetretenen Pfade der Bequemlichkeit zu verlassen ...

... es ist höchster Genuß, ihrer Beweglichkeit und Fusion-Technik zuzuschauen, und sie gehört für uns ganz ohne Frage zu den Höhepunkten des Abends.

Parwana hat die ATS-Röcke gegen eine Melodia-Hose getauscht und präsentiert uns zu Lana del Reys “Summertime Sadness” ein hübsches Tribal Fusion-Solo. Ihr unbeschwerter Vortrag zieht uns aus der Schwermut des vorangegangenen Stücks. – Aus Polen kommt das Duo Nox und zeigt sich ganz in Schwarz und Weiß, eine Hommage an die ausgelassenen Frauen der Goldenen Zwanziger. Die beiden spielen gern mit dem ATS und seinen unzähligen Unterformen. Heute abend tun sie dies mit einem Federfächer und ihrer bezaubernden Bühnen-Präsenz.Als schwarzrote Kriegerin stürmt Tereza Varona auf die Bühne und nutzt das ganze Potential ihrer Fächerschleier zur Interpretation des Stücks “Aijo” von Värttinä. Ein überzeugender Tanz, vor allem, weil sie heute zum ersten Mal zu einer eigenen Choreographie mit Fächerschleiern auftritt. – Giuliana Angelini aus München bringt uns den Charleston in die Erinnerung zurück, zunächst mit einer honigsüßen langsamen Einführung, ehe sie heftig mit uns Zuschauern flirtend erklärt „Call Me, Maybe“. Die ganze Bühne hat sich in ihre Spielwiese verwandelt, und ihre gesamte Darbietung atmet Fröhlichkeit und gute Laune.

Aus Brno (Brünn) ist Afsana angereist und nimmt mit ihrem glutvollen und dramatischen Tribal Fusion-Solo gleich den ganzen Saal in Besitz. Wir haben sie schon unzählige Male tanzen gesehen, und sie schafft es, uns jedes Mal wieder aufs neue zu verblüffen, wenn sie sich regelmäßig auf der Bühne neu erfindet. Heute erreicht sie mit ihrer Interpretation von „Viper’s Den“ von Beats Antique einen neuen Höhepunkt ihres Schaffens. – Mit geflochtenen Körben und bunten Röcken zeigt sich nun der Black Silver Tribe aus Teplice (Teplitz). Das Quartett wirbelt und tanzt zu Balkan-Musik und nutzt seine ATS-Kenntnisse als Grundlage für ihren choreographierten Austausch und Wechsel der Körbe und das Röckeschwingen.
Nach der Pause beschert uns Martina Dwořákowá aus Pilsen mit langen goldenen Fingernägeln zur Musik “Solar Ohm” von Kalya Scintilla ihre enge Verbundenheit mit der Sonne; dazu passend die Isolationen und vieldeutigen Bewegungen. – In den Tiefen des indischen Regenwalds erwachen zum Gesang exotischer Vögel antike Tempel-Statuen zum Leben. - Bellatrix aus Brno (Brünn) in wunderschönen Pfauen-Kostümen nehmen uns mit auf eine Reise durch die in Tribal Fusion umgewandelten Posen und Mimiken der klassischen Bollywood-Filme. Inspiriert hat die Künstlerinnen dazu der unverwüstliche Streifen „Devdas“.
Die Bambergerin Auryn beginnt ihren Solo-Auftritt mit einem sentimentalen Lana del Rey-Lied, das sie passend zu ihrem Gewand einer Fantasy-Königin mit gefühlvollem Tanz vorführt. Dann zeigt sie uns mittendrin, daß sie auch viel härter sein kann, und das zu einem ironischen Gangsta-Stück der südafrikanischen Band „Die Antwoord“. - Als perfekt zurechtgemachte Puppe interpretiert Tabhaee aus Prag mit ihrem expressiven Solo das Stück „Doll House“ von Melanie Martinez. Sie erzählt uns eine düstere Geschichte über eine Familien-Tragödie, in der nichts so ist, wie es scheint. Eine süße Darbietung mit bitterem Nachgeschmack.
– Die Chico Dancers aus Brno (Brünn), Schülerinnen von Afsana, führen uns zu Trommelschlag und Zimbelklimpern zurück zu den Grundlagen des ATS, Chorus und Solistinnen wechseln sich gutgelaunt miteinander ab.

– Und nun ein „Familien-Unternehmen“: Galeb und ihr Sohn Daniel bringen das Publikum zum Klatschen und zu Beifallrufen. Der sehr individuelle Tribal Fusion der Mutter ergänzt sich hervorragend mit der Hip Hop-Beinarbeit des Sohnes. Zunächst zeigen beide solo, was sie können, dann kommen sie zu einem choreographierten Refrain zusammen, wobei sie mit sichtlichem Spaß kleine improvisierte Einlagen geben.
Das Sextett Isizwana Tribe aus Prag fesselt sofort mit seiner perfekt synchronen reinen ATS-Darbietung unsere Aufmerksamkeit. Dazu noch die buntgeschmückten Kostüme und die großartige Bühnenpräsenz, da stimmt die Schönheit des Tribal-Improvisationstanzes. Wieder einmal ertönt dazu die Musik der Värttinä, die der heimliche Favorit dieses Abends zu sein scheinen. – Bei Martina Viewegová und ihrem slowakischen Volkslied zu sauberer und unaufgeregter Fusion-Technik geht es dann wieder etwas ruhiger zu. Dieser Vortrag soll die Brücke zum letztjährigen Festival schlagen und an Elisabeth Strongs Tanz zu Dan Cantrells Akkordeon erinnern.

Sechsmal James Bond, diese Damen kommen aus dem slowakischen Banská Bystrica (Neusohl). Die Gruppe Alishaba tritt heute in kunstvoll schwarz und weiß gestreiften Kostümen komplett mit Fedora-Hut, aber verschiedenen, individuellen Accessoires auf. Das Ganze wirkt wie aus einem Guß, wenn die sechs jungen Damen eine sebstbewußte jazzige Choreographie zum James Bond-Thema tanzen. – Mareike & Afsana bringen die Show mit ihrem ATS-Duo zum Finale, wenn sie zu raschen dynamischen Wechseln jede Note exakt mit ihren Zimbeln und Hüften treffen. Ein sehr gutes Beispiel für die universelle Sprache des ATS.

Carolena Nericcio, die dann Jill Parker, diese dann Heather Stants, die endlich Mardi Love und alle zusammen schließlich mir.“ Mardis Tanz und Kostümgestaltung hatten großen Einfluß auf die Ausformulierung des Tribal Fusion, wie er sich noch heute zeigt. Wir haben ihren Zimbel-Kurs sehr genossen und uns nicht von ihrer Workshop-Beschreibung abschrecken lassen: „Was ist nur aus der guten alten Zeit der blau angelaufenen Fingerkuppen und blutenden Ohren geworden?“ Mardi kennt sich ohne Zweifel mit den Zimbeln aus, und sie führte uns mit traumwandlerischer Sicherheit durch ihre wunderbaren Tanz-Bewegungen zu maßgeschneiderten Zimbel-Rhythmen.

Mareike hingegen ist eine alte Freundin von uns. Seit Jahren treffen wir uns auf den verschiedensten Festivals, und wir hatten sie sogar schon einmal als Dozentin auf einen unserer „Caravanseray Vienna“-Festivals. Sie betreibt in ihrer Heimatstadt ein FCBD-„Sister School“-Studio und reist regelmäßig ins kalifornische San Francisco, um dort direkt an der Quelle zu lernen und eine Brücke von der amerikanischen zur europäischen ATS-Szene zu schlagen. Mareike brachte ihre große ATS-Erfahrung mit zum Tribal Prag, und das in Form von einigen gutstrukturierten und kompetenten Workshops. Wir haben an ihren „Power-Duets“-Kursen teilgenommen und dabei einige wirklich aufregende und Laune machende neue Variationen gelernt. Dabei ging es auch um klare Kommunikation und Cues. Das alles hat hervorragend zum „Formation auf der Bühne“-Kurs, wo wir fortgeschrittenen Formationstanz und Interaktion zwischen Chorus und Vortänzer geübt haben sowie die Anpassung der Vorführung an die Bühnenverhältnisse und das Publikum.
Duo Nakari - Doro & Michaela
Michaela, Martina, Doro & Katka
Nakari und Mardi Love
Nakari im Mucha-Museum
Festival-Impressionen
Tamawi
Tereza Varona & Parwana
Bára Mólová
Parwana
Duo Nox
Katka's Galeb Ladies
Eve
Tereza Varona
Giuliana Angelini
Black Silver Tribe
Afsana
Martina Dwořákowá
Bellatrix
Auryn
Tabhaee
Galeb und ihr Sohn Daniel
Chico Dancers
Galeb
Martina Viewegová
Isizwana
Alishaba
Mareike & Afsana
Samstags-Show

Die Eröffnung wird von Tamawi und ihrer Fusion-Choreographie “Alto” von Beats Antique besorgt. Der Beitrag steht unter dem Thema Formations-Wechsel, und so kommt es zu ständig zu neuen Trios, Reihen und Gruppierungen. - Atreya kommt aus Prag und erzählt uns mit ihrem Fantasy Fusion-Solo die Geschichte vom tagtäglichen Existenzkampf. Dazu bedient sie sich der unterschiedlichsten Accessoires. Sie betritt die Bühne in einem Rotkäppchen-Umhang, hält eine Kerze in der Hand und trägt eine Maske. Nachdem sie alle drei abgelegt hat, shimmied sie, was das Zeug hält und fegt mit einem roten Schleier über die Bühne.

In einem sehr ansprechenden emotionalen Tribal Fusion-Solo interpretiert Samira Saabet aus Augsburg das Stück „In This Shirt“ von den Irrepressibles. Fließende Bewegungen, saubere Technik und eine kreative Raumnutzung bestimmen ihren Vortrag. – Der Angels Tribe ist in Šumperk (Mährisch Schönberg) zuhause und führt uns mit kurzen Seiden-Fächern sein eigenes ATS-Improvisations-Format vor. Normalerweise sind sie eine große Gruppe, aber heute treten sie nur zu zweit an. Dennoch stimmen die Schritte und Cues alle und fügen sich nahtlos ins ATS-Repertoire. Man sieht nicht nur gern zu, man ist geradezu begeistert.

Dann haben wir beide die Ehre, in dieser Show aufzutreten und präsentieren unsere „Swamp Gods“, ein Stück inspiriert von einem Lied der Thriftwoods zu einem Gedicht von Mary Oliver: “Here is the endless wet thick cosmos, the center of everything … Here is swamp, here is struggle, closure - pathless, seamless, peerless mud.” …

Mit anderen Worten, den Rest der Auftritte im ersten Teil der Samstags-Show konnten wir leider nicht sehen. So müssen wir traurig feststellen, Alicja Cyganik aus Wroclaw (Breslau) in Polen, Khattya aus dem tschechischen Dvůr Králové nad Labem (Königinhof an der Elbe), ...
... Miriam aus dem slowakischen Martin (Turz Sankt Martin), den Saffron Tribe aus dem tschechischen Teplice (Teplitz), Anicka Hrochová aus dem tschechischen Litoměřice (Leitmoritz), Taisa aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew und Alishaba aus dem slowakischen Banska Bystrica (Neusohl) verpaßt zu haben.
Wir haben aber vom Seitenrand der Bühne das Cibelle Dance Collective unter der Leitung von Mareike sehen können. Die ATS-Aufführung gipfelt im langsamen Teil mit „duelling duets“ und zeigt eine Vielfalt von Möglichkeiten dieses Konzepts auf. In ihrem zweiten Stück setzen sie zu „Gypsy“ von Kan’nal Tempowechsel ein und beeindrucken uns durch ihr stolzes Auftreten. – Die zweite Halbzeit wird von einem weiteren Familien-Auftritt eingeleitet, diesmal bringt Martina Viewegowa ihren Bruder Rob mit, der sie mit seiner Gitarre nebst delay pedal, stomp box und Fuß-Tamburin begleitet. Martina selbst reagiert auf seine Musik mit lässigen Improvisationen und einem gehörigen Schuß Humor. Kreativität scheint bei dieser Familie im Blut zu liegen, und die beiden treten gern zusammen auf, sowohl zuhause wie auch auf der Bühne.
Das Trio Pas du Probléme aus Brno (Brünn) spielt in seinem choreographierten Tribal Fusion mit Formations-Wechseln und -Ebenen zu „Cartoon“ von Raphaël Beau und „I Got“ von Beats Antique. – Yolanda aus dem polnischen Kraków (Krakau) bringt mit ihrer warmen Ausstrahlung sommerliche Gefühle auf die Bühne. Ihr Glamour Fusion-Solo wird von eleganten Linien und präzisen Akzenten zur Musik “Summertime” von Charlie Spivak geprägt. Dazu gibt es stolze Haltung und ein glitzerndes Kostüm im Flamenco-ATS-Stil.

Feuriger Flamenco Fusion in Rot und Schwarz, so erscheint uns der Aiwa! Tribe aus Ceské Budějovice (Budweis). Sie tanzen im Quartett wie auch in zwei Duos und setzen gern überraschende Akzente und dramatische Posen ein. Geschickt verweben sie auch die unterschiedlichen Fähigkeiten der Mitglieder zu einem harmonischen Ganzen. Das alles zu „Serenade“ von Beatbox Guitar. - Zafar aus Prag zieht in seinem Dark Fusion-Solo einen wunderbaren emotionalen Spannungsbogen und verkörpert darin die Lebensgeschichte eines Baumgeistes, angefangen vom Samenkorn, über den starken Baum bis hin zum vorzeitigen Ende. Dazu verschiedene Stücke aus dem Soundtrack zu „The Witcher“  

Aus Magdeburg bringt uns Amaris einen vielseitigen Bollywood mit. Die Nummer beginnt mit einer lieblichen traditionellen Eröffnung und wandelt sich dann schnell zu einem energiegeladenen starken Banghra-Stück, nachdem sie ihren Schleier abgenommen hat und ihre Tanzkünste und ihre Einstellung zeigt, sich von niemandem etwas vormachen zu lassen. Dazu die Bollywood-Filmmelodien „Ajeeb Dastan Hai Yeh“ und „Malhari“. - Jah Suriya ist Taisas Gruppe in Kiew und verzaubert uns mit ihrem Asiatischen Fusion nach den “Erinnerungen einer Geisha”. Das Trio zeigt eine schnörkellose und präzise synchronisierte Choreographie mit Holz-Fächern zu “Koto“ von CloZee.
In sich gekehrt und melancholisch, so entfaltet Cristina Zegarra aus Krefeld ihr Tribal Fusion-Solo rund um ihre unverkennbar flüssigen Armbewegungen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Dem Publikum stockt buchstäblich der Atem. – Das Quartett Locura aus Brno (Brünn) tanzt ein friedliches Tribal Fusion-Stück nach der Choreographie von Afsana. Sie tragen einfache schwarze und silberne Kostüme, und als Musik gibt es „Mad World“ von Alex Parks.

Bei Katka Galeb wird es jetzt ein wenig verrucht, wenn sie uns ein schnelles altmodisches Klezmer-Stück von PostmodernJukebox bringt, mit dem Publikum flirtet und mit ihm ihre pure Tanzlust teilt. – Langsamer Gesang treibt das Duo Desirée aus dem slowakischen Bratislava (Preßburg) an. Komplizierte Armmuster und zeitlupenartige Bewegungen führen schließlich zum zweiten Stück mit der temporeichen Rock-Musik von Jaz Coleman.

Höchste Zeit für den Star des Festivals, Mardi Love, die die Kunst der Untertreibung wie keine zweite beherrscht und als Meisterin des subtilen und gleichzeitig strahlenden Tanzes und der alles überragenden Bühnen-Präsenz gilt, mit der sie auch die hinterste Ecke eines Saals erreicht. Wie eine Göttin ganz in Assuit und altem Silber bringt Mardi die Zeit zum Stehen und erweist der hohen Kunst des klassischen Bauchtanzes die Ehre. – Stand die Zeit eben noch still, vergeht sie jetzt doppelt so schnell, als Hurriya unter der Leitung von Afsana uns geradezu von den Stühlen reißen. Der elfköpfige Stamm hat alle erforderliche Energie dabei, wenn er endlos über die Bühne wirbelt und zum großen Finale eine Spezialität des ATS nach der anderen aus dem Hut zieht!
Bei den beiden Shows des 2016er Festivals sind uns einige Trends aufgefallen. Da ist natürlich zuerst die gesangsstarke Musik von Värttinä zu nennen, dann die Vorliebe für die Mode, den Zeitgeist und die Musik der Zwanziger und Dreißiger Jahre und schließlich Modern Dance Elemente (speziell die Bodenarbeit), die viele Künstlerinnen in ihre Nummern eingebaut haben.

Uns hat aber auch die Idee der Veranstalterinnen gefallen, in ihre Beiträge Familienmitglieder aufzunehmen. Und den hohe Anteil von tschechischer und slowakischer Musik haben wir auch sehr. Tribal Prague ist auch eine erste Adresse für ATS-Tribes. In diesem Jahr gab es von ihnen noch mehr zu sehen als sonst. Und alles zusammengenommen war es wieder einmal ein tolles Erlebnis und viel zu schnell vorüber. Deswegen freuen wir uns jetzt schon auf die nächste Ausgabe. Herzlichen Dank, Martina und Galeb, daß wir zu euch kommen durften, und auch dafür, das alles herbeigezaubert zu haben,

Doro und Michaela

Tribal Prague Links:

www.tribalprague.com

www.facebook.com/Tribal-Prague...


Homepage Nakari
http://nakari.info/de

www.facebook.com/NakariTribal...

Fotos © Hana Major Sládková

Grafik/WebDesign:
Konstanze Winkler
Tamawi
Angels Tribe
Atreya
Samira Saabet
Nakari
Cibelle Dance Collective
Martina Viewegová
Pas du Problème
Yolanda
Zafar
Amaris
Jah Surya
Tamawi
Cristina Zegarra
Katka Galeb
Mardi Love
Duo Desirée
Hurryia
Finale
Aiwa! Tribe