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Photos ©: Jacek Karckmarczyk, Margofoto, Shimon Rogala, Maciek, Beta-Artphoto
Unsere „Hagalladies“ Doro und Michaela waren wieder für „Hagalla“ unterwegs, diesmal nach Warschau zum 2. Tribal Hafla Festival, wo sie auch selbst aufgetreten sind. Die Nakari haben einen umfassenden Bericht in englischer Sprache verfaßt, den wir hier gern online stellen, allerdings in zwei Teilen. Wir glauben, daß man kaum einen tieferen und besseren Einblick in die polnische Tribal-Szene erhalten kann.

GANZ EUROPA IN WARSCHAU

Zum Tribal Hafla Festival, 6. Mai 2016

von Doro und Michaela, die gemeinsam „Nakari“ sind
Ins Deutsche übertragen von Marcel Bieger

TEIL II

Doro & Michaela, Nakari
Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler
Homepage: www.tribalhafla.pl
Tribal Hafla Festival bei facebook ...
Homepage Nakari: www.nakari.info
Duo Nakari bei facebook ...
WORKSHOPS

Piny Orchidaceae aus Portugal ist eine zur Zeit in ganz Europa gefragte Dozentin, und das auf mehreren Gebieten, mit denen sie den Tribal Fusion bereichert: Breakdance, House Dance, Lofting, Waacking und Zeitgenössisch. Sie sagt von sich selbst, daß sie „eine Träumerin, Kunst- Liebhaberin, leidenschatliche Bühnenkünstlerin und engagierte Lehrerin ist, die gerne mal aus einem Schema ausbricht und neue Wege geht.“

Mit ihrem Workshop zu den „Grundlagen der Fusion-Bodenarbeit“ beginnt das Festival, und darin geht es insbesondere um einen Einstieg in die Zeitgenössische und Breakdance-Bodenarbeit und „David Zambrano’s Flying Low“-Technik. Selbst vollkommene Neulinge auf diesem Gebiet rollen und gleiten dank Pinys lebendiger, aber auch anstrengender Lehrmethode zum Ende dieser beiden Stunden über den Boden.

Mat Jacob aus Kanada nimmt an Rachel Brices „8 Elements“-Programm teil, ist Gast-Tänzerin bei Kami Liddles Truppe „Gold Star“ und diplomierte Stufe 3-Lehrerin der Unmata ITS-Schule. Kürzlich ist sie nach Barcelona gezogen und nimmtzur Zeit am Tribal Fusion-Festival-Reigen in Europa teil. Überall führt sie gern ihre Tanzkunst vor und läßt ebenso gern neue Eindrücke auf sich wirken. In ihren “Hop! Hop! Hop! Choreography”-Kursen macht sie uns mit einem Liebeslied aus den 70er Jahren vertraut und bringt uns dazu eine sanfte, aber unter die Haut gehende Choreographie bei. Sie fügt spielerisch und subtil ganz eigene Akzente und freche Mimik hinzu. Deswegen sind wir umso mehr begeistert, als wir sie in der Abend-Show mit der kompletten Choreographie zu sehen bekommen.

Philippa Moirai stammt aus England, tanzt schon ihr Leben lang und hat sich auch mit klassischen Tanz, Feuer-Akrobatik und den Zirkuskünsten beschäftigt. Seit über einem Jahrzehnt betreibt sie ATS, tritt damit weltweit auf und will sich ihm als würdig erweisen, indem sie anderen ihre Fertigkeiten in und ihre Liebe für diesen Stil nahebringt. Philippa zeigt uns handverlesene langsame wie schnelle Schritte für ihren indisch inspirierten ATS-Workshop, der darum auch “Indian Inspired ATS” heißt und FCBD-Elemente mit denen von Devi Mamaks Ghawazi Caravan und Megha Gavins Deviyani kombiniert. Die spielerischen Formationswechsel und somit das Einstudieren mit jeweils anderen Partnern ermöglichen es uns hervorragend, die gerade gelernten Schritte auszutanzen und die damit verbundenen Grundlagen zu erfassen.

TRIBAL SMASH 

„Tribal Smash“ ist ein halboffizieller Tanzabend, den der Kachina Tribe veranstaltet, und dieses Mal fand er zum ersten Mal im Rahmen des Festivals statt. Schwerpunkt dieser Ausgabe  waren American Tribal Style und Kollaborationen zwischen Gruppen, Solistinnen und Musikern.  

Für die Eröffnungsnummer haben sich Tänzerinnen aus ganz Polen zusammengetan und The Siren Project aus der Taufe gehoben.Diese Formation wird von zwei FCBD Sister Studios angeführt: Agata Zakrzewska und Katarzyna Lidia. In dieser Darbietung erkunden die Künstlerinnen, was passiert, wenn  ATS und Flamenco aufeinandertreffen. Dazu haben sie sich mit Fächern, hölzernen Zimbeln und Flamenco-Röcken ausgerüstet, auf deren Einsatz sie sich sehr gut verstehen. 

Kasia Malach und Sonia Jankowiak aus Poznan (Posen) beweisen in ihrem ATS-Duo, daß sie sich auf ihre Begleitmusik sehr gut verstehen und jeden Takt und Ton meisterlich aufgreifen. - Der Kachina Tribal Bellydance beschwört die Traditionen des Reigens oder Kreistanzes herauf, den man überall auf der Erde kennt. Sie laden das Publikum dazu ein, mit ihnen die Frauen des Bandschara-Stammes (ein Wanderstamm in Indien, vermutlich mit den Sinthi und Roma verwandt). Sie präsentieren sich in deren üblichen indischen Röcken, die sie über Dschaipur-Stufenröcken tragen. Sie folgen präzise allen Tempi-Wechseln und entwickeln sich zu immer neuen Formationen, die aber stets und allesamt in einen Kreis einmünden.

Agata Zakrzewskas Tribal Fusion Schülerinnengruppe nehmen uns mit ihre Fransenschals auf eine ungewöhnliche Reise mit, indem sie ihrem Tanz mit diesem Accessoire eine ganz eigene Note mit ungewöhnlichen eleganten und dynamischen Linien und Drehungen verleihen. – Mit einem energiegeladenen Tribal Fusion-Solo interpretiert Alicja Cyganik aus Wroclaw (Breslau) ein Stück von Beats Antique, das bereits in Jillina Carlanos ‘Alice in Wonderland’-Dancical Verwendung fand. Für diese Show wurde Alicja neben Künstlern aus der ganzen Welt engagiert. - Beata Dogan aus Katowice (Kattowitz) bringt mit ihrem türkischen Zigeunertanz-Solo eine neue Note in diesen Abend und unterstützt ihren Vortrag durch weibliche Energie und selbstbewußtes Auftreten.
Aus Warschau stammen die acht Tänzerinnen des Omphalos Tribe, und führen gemeinsam die wunderbare Energie vor, die aus der harmonischen Gruppen-Improvisation des American Tribal Style entsteht.  Sie betonen die klassischen Elemente dieses Tanzes wie Turban, Zimbel und Körbe und würzen dieses Menu mit interessanten ATS-Schritten. 

Flames Of Bellydance führen meisterlich die alte Schule des Tribal Fusion in einer dynamischen Choreographie von Agata Zakrzewska vor. Alles beginnt mit einem Trommelsolo, das beständig an Eindringlichkeit zunimmt und übergangslos von einer wunderschönen Formation in die nächste übergeht.

Die zweite Hälfte der Show wird von den ATS Schülerinnen der Agata Zakrzewska eröffnet. Einige von ihnen stehen heute zum ersten Mal auf der Bühne und zeigen eine originelle Balkan-Musik mit Zimbel-Unterstützung.

Magdalena Wilczyńska, die zu den Mit-Veranstaltern des Tribl Smash gehört, demonstriert uns in ihrem betörenden Solo, wie schmal die Grenze zwischen Schönheit und Häßlichkeit verläuft. Sie fliegt scheinbar schwerelos durch den Raum, bevor sie ihn mit abgehackten Bewegungen zerteilt und in denen sie gelegentlich abrupt erstarrt. – Drei Mitglieder des Tribes Ouled Nail bringen uns zurück zu den Ursprüngen des Tribal in Volks- und Stammestänzen. Mit Zaghareets und Zimbeln ziehen sie uns in den Wirbelstrom der ATS-Gruppenimprovisation und zeigen uns dazu ihre eigenen Schritte. - Patsy Dyjas gehört ebenfalls zu den Organisatorinnen des Tribal Smash und gilt als leidenschaftliche Tribal-Tänzerin. Sie beginnt ihren Auftritt gedankenversonnen auf dem Boden und setzt aber etwas später, als Nika Woźnicka zum Duo zu ihr stößt, eher auf explosive Bewegungen. Das Stück nennt sich ‘Rebirth. Time. Awareness.’ (Wiedergeburt. Zeit. Bewußtwerdung) und soll den Kampf gegen die Gleichgültigkeit in der Welt und den Weckruf daraus darstellen. Am Schluß tanzt Nika ihr Solo, in dem sie afrikanische Tanzbewegungen mit schwerem und erdbezogenen Tribal fusioniert, bis sich alles in Leichtigkeit auflöst. 
Die Katzen- und Wein-Liebhaberin und Bauchtanz Fusion-Fanatikerin Ana Sejfried liebst es, Stile miteinander zu mischen, und das Improvisieren liegt ihr im Blut. Sie zeigt uns ein improvisiertes Oriental Fusion-Solo und unterhält mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit das Publikum.

Niemand könnte daran zweifeln, daß Parolina aus Warschau die Bühne gehört, wenn sie mit ihrer intensiven Präsenz auftritt und ihre elektronische Musik mit präzisen Isolationen illustriert, die immer wieder von unerwarteten Drehungen unterbrochen werden.
Es ist das Vorrecht des ältesten ATS-Tribes von Warschau, The Siren Society, die Schönheit und Eleganz dieses Stils zur Geltung zu bringen. Sie schreiten zu einer langsamen Melodie auf die Bühne, um uns dann mit aufregenden „Duelling Duets“, rasend schnellem Zimbelspiel und Tanz den Atem zu nehmen. Nicht für einen Moment gerät die Präzision ihres Tanzes ins Stocken oder verlieren sie ihr Lächeln.

Das Pochen einer Rahmentrommel erfüllt den Raum, als Muladaram zu spielen beginnen und sich immer mehr Instrumente anschließen, um ihre Tänzer auf ihrer Reise zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, die Erde zu verbinden und eins mit der Musik zu werden.
Das Duo Nakari ist zu Gast beim 10. Internationalen Tribalfestival, 10. - 12. Juni 2017 in Hannover!
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