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Photos © Konstanze Winkler
Als wir irgendwann am Samstagmittag eintreffen, wirbeln gerade
Anima Sana über die Bühne. Ihr mittelalterlicher Orienttanz sucht seinesgleichen, und nicht zu unrecht haben sie damit wenige Wochen zuvor beim Wettbewerb des Tribal Festivals in Hannover den
2. (Gruppen-)Platz belegt – wir werden sie noch einige Male sehen, und es lohnt jedes Mal. Dazu rocken Zackenflanke los, und wie.
Da krachen die Trommeln und sonstigen Schlagwerke, da bläst und fiedelt es wie Sturmgebraus. Das macht Laune, das versetzt gleich in beste Stimmung. Und wenn sie inmitten ihres Mittelalter-Rocks „Status Quo“ anstimmen, dann „headbangen“ und „moshen“ wir von ganz alleine.
In der Umbaupause vor dem nächsten Auftritt wollen wir rasch einen ersten Rundblick durch die Gassen der Marktstände wagen, kommen aber nicht weit. Es ist heiß, wir haben eine längere Fahrt hinter uns, und spätestens dem dritten Speis’ & Trank-Stand können wir uns nicht mehr ernsthaft verweigern, die Auswahl ist mannigfaltig.
Duderstadt ist eine schmucke Kleinstadt im Südostzipfel von Niedersachen, die nächste größere Stadt heißt Göttingen. Die Altstadt des Ortes prunkt mit blitzblanken Fachwerkhäusern, deren Giebel und Dachfirsten den Stadtpark überragen, als wollten sie auch einen Blick auf das bunte Treiben erhaschen. Die große Grünfläche wirkt offen und begrünt zugleich, gerade der rechte Ort für dieses schöne Sommer-Wochenende.
Orient und Mittelalter geben sich hier ein Stelldichein, und noch farbiger und wunderlicher kann man einen Markt nicht gestalten. Ebenso auf der Bühne wechseln sich beide Kulturkreise ab, auch wenn es ein leichtes orientalisches Übergewicht gibt, die leichte Überzahl der Mittelalterstände gleicht das aber wieder aus.
Am frühen Abend kommt Der Münzer, bringt seine eigenen Fans mit, diese verstärkt durch die Duderstädter Jugend, und ist vor allem eines: laut. Die Gelegenheit ist günstig, denn die Musik folgt einem ja durch den ganzen Park. Wir setzen die zigfach begonnene, aber immer wieder unterbrochene (nicht nur der leiblichen Genüsse wegen) Besichtigung fort. Lassen uns - verdient – an den Pranger stellen, erstehen eine bislang noch kaum gekostete Sorte Met, geraten in und suchen Gespräche. An einem Stand verweilen wir länger, hier tanzt fröhliches Völkchen zur eigenen Musik. Zwei Stelzengänger rasen über das Rund, beide im frühen Biedermeier-Kostüm, er ruft ihr ein ums andere Mal hinterher: „Rosali, heirate mich!“ und klingt schon ganz verzweifelt. Indes die grell geschminkte Schöne will ihn nicht erhören. Das ganze Wochenende verfolgen wir solch „Liebesspiel“, und wenn die beiden nicht gestorben sind, läuft er ihr wohl heute noch hinterher. Auch „Zackenflanke“ kommt einmal des Wegs gezogen und läßt Trommel und Klampfe erklingen …
Bild oben: Marcel Bieger gefangen am Pranger
Foto links: "Der Münzer" und seine Fan-Gemeinde
"Der Münzer"
Bild links: "Rosalie, heirate mich!"
Foto unten: Ein fröhliches Tänzchen der Marktleute
Foto oben: Petrissa Morgiane



Fotos rechts, v.l.n.r.:
Galathea, Yasmina, Sway
Foto oben: Die Tänzerinnen der Gruppe Anima Sana wirbeln über die Bühne

rechts: Der "Graue Assyrer"
und "Michele von Zimbisien" von der "Zackenflanke" rocken, was das Zeug hält
"Zackenflanke" spielen auf
Die Stelzenläufer vom Theater Vielfalter
Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler
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"ROSALIE, WILLST DU MICH HEIRATEN"

Zum 1. Orientalischen Fantasy Spektakel
TERRA MAGICA
20./21. Juli 2013 in Duderstadt

von Marcel Bieger