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Showberichte
Photos Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Duo Nakari
Wir haben lange überlegt, ob wir den folgenden Show-Bericht überhaupt in „Hagalla“ veröffentlichen sollen, uns dann aber doch dafür entschieden. Schließlich soll die Mühe, die sich unsere Hagalladies vom Duo Nakari gemacht haben, nicht unberücksichtigt bleiben, und zum anderen halten zumindest wir unser Versprechen ein, über die Veranstaltung zum 10-jährigen polnischen Tribal-Jubliäum zu berichten. Leider warten wir bis zum heutigen Tag trotz unzähliger Nachfragen vergeblich auf die vom Veranstalter fest zugesagten Bilder und auf einen Auftrittsplan.

Wir haben uns entschlossen, diesen Bericht ausschließlich mit Photos vom Duo Nakari – für uns die wahren Heldinnen von Krakau – zu bebildern.

Raqs Tribal Anniversary, Krakow
Show-Bericht von Doro & Michaela, das Nakari-Duo
Ins Deutsche übersetzt von Marcel Bieger
Die polnische Tribal-Gemeinde hat ihr Zehnjähriges gefeiert, und wir durften dabeisein. Bis zum Jahr 2006 war der Tribal in Polen noch vollkommen unbekannt. Ein paar leidenschaftliche Bauchtänzerinnen sind zu jener Zeit ins Ausland gereist, um diesen faszinierenden Tanz in ihre Heimat zu holen, und der Tribal konnte endlich auch dort Wurzeln fassen. Heute gibt es in beinahe jeder größeren Stadt einen Tribal-Stamm, und einige Tribal-Festivals finden alljährlich statt.

Aus ganz Polen kamen Tänzerinnen zusammen, um an den Workshops und der jährlich stattfindenden Party im Gota-Studio teilzunehmen, wo die Veranstalterin Yolanda und ihr Samarkanda Tribe wirken. Zum Anlaß des Jubiläums hat man die Wände mit Photos von den Anfängen des Tribal in Polen verschönt, und etliche der Anwesenden haben sich auf den Bildern wiedererkannt, wie sie ihre ersten Tribal-Schritte getan oder gar als Kleinkinder getanzt haben.

Gaststar des Festivals war die unvergleichliche Colleena Shakti, die auch ein Mini-Intensive mit dem Titel “Indian Fusion Dance Immersion” gab, in dem sie ihren

einzigartigen Stil vorführte, wie sie ihn in über zehn Jahren Tanzerfahrungen in Radschastan erlernt und entwickelt hat. Sie ist dort in den Palästen der Maharadschas und auch mit einheimischen Tänzern aufgetreten. Sie hat die klassischen Tänze Odissi und Kathak erlernt und sich sehr mit Joga befaßt. Ihr Intensive konzentrierte sich auf die indischen Hoftänzer ‘Nautchwali’, und wir bekamen deren traditionelle Gesten, Mudras, Schritte und Drehungen beigebracht, die Colleena mit Tribal in ihrem ganz eigenen persönlichen Stil mischte, in dem sie großen Wert auf die Wichtigkeit von ethischem und sachkundigem Fusion legt.

Die Begleitmusik zu dem Intensive spielten die Workshops der polnischen Dozentinnen, die alle ihr spezielles Fachgebiet lehrten, und von denen einer interessanter war als der andere.

Dominika Suchecka’s “Brand New Newschool Combos“ hatte eine Choreographie gemäß ihres selbstentwickelten Modern-Tribal Fusion zum Thema, bei der bewegliche Arme und scharfe Akzentuierungen im Mittelpunkt standen
.

Iza Logonowicz bot “Splash, Boom, Punch! The Laban Movement Analysis based dynamics of motion“, und führte uns in die Labanotation, die von dem Slowaken Rudolph Laban entwickelte Bewegungslehre und seine Techniken ein, Raum für Tänzer zu schaffen. Diese sollten uns als Hilfsmittel für die Entwicklung unserer eigenen, ganz individuellen Kombinationen dienen. Dank der unbegrenzten Möglichkeiten, sich Tanzraum zu verschaffen, sollte das auch unserem ganz eigenen Tanzstil möglich sein.

In Agata Zakrzewska’s “Oldschool Tribal Fusion” drehte sich alles um flüssige und komplexe Hüftarbeit, Technik-Übungen und Kombinationen, die von der berühmten Show der Salimpours „Bal Anat“, von Ghawazee-Tänzern und dem Klang des arabischen Blasinstrumentes Mizmar angefüllt sind. Agatas vielseitige Erfahrungen mit unzähligen Subgenres des Tribal Fusion, Bauch- und Volkstanzes, wurde in jeder ihrer Bewegungen des neuen Materials sichtbar, das sie für diesen Kurs vorbereitet hatte.

Schon von weitem konnte man aus dem Studio das Klirren der Zimbeln von Yolandas “Finger Cymbals - technique and combos” vernehmen. Ihr Workshop basiert auf der Jamila Salimpour-Technik. Der Schwierigkeitsgrad steigerte sich stetig, angefangen von einfachen Rhythmen, über natürliche Sequenzen bis hin zu komplexen Melodien. Die Dozentin führte ein paar nützliche Tricks, Grundübungen und Rhythmus-Muster hinzu, die jeder Teilnehmerin einen deutlichen Weg zur Beherrschung der Kunst des Zimbelns aufwiesen.
Die Abend-Show bot alles auf, was Polens Tribal-Szene zu bieten hat. Yolanda hat uns erzählt, daß es jede Bewerbung angenommen worden ist, denn Ziel der Veranstaltung sei es, jeden auftreten zu lassen. Trotz einiger technischer Schwierigkeiten ging es auf der Bühne sehr lebhaft zu, und das Publikum bejubelte jeden Auftritt begeistert. Die Künstler kamen aus allen Ecken Polens, und alle Spielarten des Tribal waren vertreten. Hinzu kamen noch einige Genres, die die Entwicklung des Tribal beeinflußt haben, wie Flamenco oder Indisch. Einige ATS-Stämme mit Zimbeln und langen Röcken waren zu sehen, einige hatten aber auch neuere Accessoires wie Fächer oder Fransenschals dabei. Gruppen und Solo-Tänzerinnen zeigten ihre Interpretationen und Vorstellungen des Tribal Fusion. Auch ein Rückblick in die Vergangenheit war zu sehen: Yolanda und ihre Schwester Ana ließen ihr erstes Tribal Fusion-Duo noch einmal aufleben, sogar in denselben Kostümen. Die Veranstalterin schenkte uns auch ein besonderes Solo zu Live-Musik (von einem Geigenspieler), das dann in eine Gruppen-Choreographie mit ihren Schülerinnen überging. Ein besonderer Gast führte uns Kathak vor, zunächst mit einer mündlichen Einleitung zu dieser besonderen Tanzform und dann zwei getanzten Stücken, die ganz wunderbar auf Colleena Shaktis Fusion-Solo überleiteten.

Duo Nakari präsentiert
Caravanseray Vienna
24. - 28. August 2017
WIEN

Infos und Kartenvorverkauf unter:
http://www.caravanseray-vienna.info/

Homepage Duo Nakari:
http://nakari.info/de
Grafik/WebDesign: Konstanze Winkler