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Photos © Konstanze Winkler
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ORIENTALE 2012
Düsseldorf, 16. - 26.2.2012
von Marcel Bieger

Bruno Assenmacher und seine „Ratatouille“-Trommelverrückten, das Vorzeige-Tanz-Ensemble „Sinam“, natürlich Manis selbst und einige weitere Gäste bewältigen den ersten Teil des Abends, im zweiten treten The Violet Tribe (TVT) an, ebenfalls mit Gästen: dem in diesem Jahr kometen-gleich aufsteigenden Tanz-Stern Cristina Zegarra, der „Penthesilea“-Leihgabe Tala (an den Tasteninstrumenten) und Katha Indrani vom Bonner Stamm „Akasha“, die ebenfalls tanzt.

Im dritten Teil dann kommen alle zusammen, die Bühne ist randvoll gefüllt, und alle machen mit. Das klingt jetzt vielleicht etwas schematisch, und tatsächlich kommt es schon vorher immer wieder zu Zwischenbegegnungen: TVT-Mitstreiterin Henneth Annun mischt sich unvermittelt unters „Ratatouille“- Volk, und Manis ist urplötzlich in einer „Grand Hotel“- Nummer der TVT zu erblicken. Und, ja, das gemeinsame Finale, läuft eine wenig kreativ chaotisch ab und ist dennoch (oder vielleicht gerade deswegen) leider viel zu flugs vorüber.

"COLOURS"
18. Februar 2012
Ratatouille und Verus Viator
Ratatouille
Der Samstag bietet eine echte, noch nie dagewesene Sensation.
Seit einiger Zeit bereist eine Gruppe mit Namen „The Violet Tribe“ in Sachen rockender Bauchtanz/bauchtanzende Rockmusik die Republik und verzückt jeden und jede, die in den Genuß eines Abends mit diesen tanzenden und Musik machenden Mädels plus Quoten-Mann kommt (ja, ich weiß, liebe Bianca, Euer musikalisches Angebot ist mit Rock nur unzulänglich umschrieben).
Das „tanzhaus nrw“ hat diesen Verein nun eingeladen, ihm die besten hauseigenen und dem Hause verbundenen Kräfte zur Seite gestellt und einen Abend beschworen, wie man ihn so rasch und so leicht vermutlich nicht wiedererlebt
(was ja eigentlich schade ist).
Doch der Reihe nach: Bruno besetzt mit seiner Riesentruppe die Bühne und trommelt los. 10 Stücke sind es insgesamt, und mit denen verbreiten er und die Seinen eine Riesenstimmung. Gleich ob orientalisch oder schräg, ob exotisch oder mittelalterlich, der Rhythmus sitzt stets haargenau. An und für sich wäre dieser eine Bestandteil des Abends Genuß genug gewesen. Doch wir sind ja gekommen, eine Veranstaltung zu erleben, die mehr sein wird als die Summe ihrer Teile.

Um einen Vorgeschmack zu geben holen sich „Ratatouille“ Verstärkung (besser: Ergänzung) in Gestalt hervorragender Tänzerinnen wie Manis, Gamila, Sinam, Henneth Annun und dem Duo El Dan (bestehend aus Elli und Daniela). Und sogar eine mittelalter-musikalische Kleinkapelle – „Verus Viator“ -

Im zweiten Teil – und die Pause ist wegen der vielen Umbauten wirklich nötig – übernehmen „The Violet Tribe“ die Riesenbühne des Tanzhauses und finden endlich einmal genügend Platz, all ihre Herrlichkeiten (alte und neue Musikinstrumente, diverse Requisiten und sonstige Utensilien, die alle als Beiwerk für die Show benötigt werden) auszubreiten. Sie sind schon auf Bühnen aufgetreten, die kaum genügend Platz boten, daß sie alle darauf nebeneinander stehen, geschweige denn tanzen konnten.

Gegeben wird eine Auswahl von Stücken aus ihrem aktuellen Album „Grand Hotel“, nicht unbedingt gemäß der dortigen Reihenfolge; doch das gehört ja zu den Vorzügen ihrer Musikstücke, sowohl bilden sie gemeinsam ein Konzept, als auch sind sie einzeln ebenfalls unabhängige Pretiosen.

Nun darf man nicht meinen, daß von einer (mehrheitlichen) Mädchen-Kapelle nur liebreizende Weisen zu erwarten sind, im Gegenteil, neben künstlerisch wertvollen Stücken, historischen Ausgrabungen und Chor- gesängen geht auch ganz schön die Post ab, da rocken die Mädels nebst Gitarrist Dr. P, daß die Wände wackeln. Einige im Publikum scheinen da etwas durch- einander gebracht haben oder trauen Künstlerinnen so etwas nicht zu. Ein paar verlassen den Saal, auch eine Form von Frauenfeindlichkeit, nicht wahr?

Wie dem auch sei, die überwiegende Mehrheit bleibt und rockt begeistert  mit. Wenn’s stimmungsvoll wird, oder lustig, verrucht oder auch gruselig. Die Violet Tribes sind in fast vollständiger Besetzung angetreten und haben sich weitere Talente an Land gezogen, um auch für die Zukunft gerüstet zu sein. Es sind dies ihre eigenen Farbtupfer für ihre persönliche Farbpalette.

Manis wagt sich darüber hinaus in die Höhle der Löwinnen und legt mit ihrem Schleiertanz ein zusätzliches Fundament. Nach dem Abgang von Mariam Ala Rashi im Vorjahr fehlte der Gruppe ein wenig das OT-Element.

Und dann, endlich, ist es so weit, alle, die im Laufe dieses Abends den Schlagstock gerüttelt oder das Tanzbein geschwunden haben, entern die Bühne erneut, und zum riesigen Trommelkörper in der mitten tanzen die Frauen Tribal, hüben die Sinam mit Manis, drüben die Violet Tribe. Manis tanzt vermutlich zum ersten Mal öffentlich improvisiert mit Gruppe, löst das aber ebenso wacker wie vorbildlich, und alle, alle, alle haben ihren Spaß. Nur hätte es ein klitzekleines bisschen oder auch mehr länger dauern können.

Ein großartiger Abend ist zu Ende gegangen, ein tolles Experiment angeschoben worden, von dem wir uns sehnlichst Fortsetzung(en) wünschen. Solche scheinbar widerstrebenden Stränge zusammenzuführen, ist einer der ganz großen Vorzüge einer Einrichtung, die sich ganz und allein dem Tanz verschrieben hat, eben dem „tanzhaus nrw“, dem an dieser Stelle ganz herzlich dafür gedankt werden soll, ausreichend langen Atem für das Zustandekommen aufgebracht zu haben.

findet ihren Weg ins Trommelgetümmel.
das gemeinsame Finale
... Katha, Svahara und Tala
Bianca
Svahara Aicanar
v.l.n.r.: Henneth Annun, Cristina, Lily, Bianca ...
Cristina Zegarra
Miss Lily Qamar
Gaststar Manis
Henneth Annun
Bianca "Cinnamon Star" Stücker
The Violet Tribe
Henneth Annun
Sinam
Gamila
Duo El Dan
Manis
Ratatouille
Bruno Assenmacher
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