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DER SCHWARZWALD BEBT –
ZUM ZWEITEN MAL

Anmerkungen zum 2. Oberrheinischen Tribal Festival
vom  28. – 30. Oktober 2011 in Offenburg

von Sylvia Assmann
Photos © Konstanze Winkler
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Die Samstagsgala

Beim Betreten des Festsaales, in dem die Gala stattfindet, kommt man nicht auf den Gedanken, daß es sich dabei um den alten Turnsaal des Schiller-Gymnasiums in Offenburg handelt. Ein wunderschöner hoher Raum mit ovalen Fenstern, ein passender Rahmen für das hier stattfindende Festival. So edel wie der Raum, so edel verspricht aus das Programm zu werden. Veranstalterin Claudia Dufner kann für die Samstagsgala des zweiten Oberrheinischen Tribal Festivals mit einer großen Zahl bekannter Namen und einigen „Neuen“ und einem „Letztmaligen“ auftrumpfen. Und nach der Show gibt es noch die Präsentation der neuen CD-Produktion von The Violet Tribe.
Also zwei Knüller zum Preis von einem …

Die Show startet gleich hochwertig mit Melanie „Sarina“ Baumeister, der Gewinnerin des „Tribal Star“ beim Tribal Festival in Hannover. Sarina zeichnet sich durch kraftvolle und doch weich-knackig Bewegungen aus. Sie paart Technik mit Präsenz, Sicherheit und Ausstrahlung, was das Publikum gleich zu Beginn der Show zu Zwischenapplaus bewegt. - „Frozen“ von Madonna setzt Eliana mit starken Anleihen an das Ballett gekonnt um und setzt das Publikum unter Spannung. Manch einer hält ob ihrer Interpretation die Luft an.
Nach der Begrüßung durch Veranstalterin Claudia Dufner übernimmt Zarah Allegra die Moderation, und die Vorfreude erreicht ihren Höhepunkt.
Fusionea präsentiert die ursprüngliche Idee von Tribal Fusion: ATS-Bewegungen mit anderen Bewegungen anderer Stile zu verschmelzen. Unter der Leitung von Gabriella erarbeitet sich Fusionea die Choreographien, die immer auch einen Teil Improvisation enthalten, und präsentieren sich dann synchron und sicher, bauen Spannung auf und lassen das Publikum auch am eigenen Spaß des Tanzens teilhaben.
Jetzt verspricht die Moderatorin Zarah Allegra ein verträumtes Fusionstück und einen an schließenden Knalleffekt. Eingelöst wird dieses Versprechen von Miss Lily Qamar zu Beats Antique. Lily versteht es, den Eindruck eines verträumten Roboters, der verschlafen hat und erst munter werden muß, zu erwecken. Viele Backbends und ein schöner Bodenteil lassen sie dann erwachen und es geht mit Shimmy und Oberkörperakzenten zum angekündigten Trommelsolo-Hip-Hop mit tänzerischer Extraklasse.

Lebensfreude und Frauenstärke zeigt jetzt
Devadasi Caravan, einer der drei auftretenden Tribes des Abends. Sie improvisieren erst zu einem flotten und danach mit Säbeln zu einem langsamen Musikstück. - Vom Bühnentanz kommt die nächste Tänzerin, Guiliana Angelini. Ihre „düstere“ Musik interpretiert sie mit schnellen expressiven und gleichzeitig schlangenartigen Bewegungen und beeindruckt mit Ausdruck. All dies garniert Guiliana mit überraschenden und ungewöhnlichen Bewegungen wie einer Rolle rückwärts. Die Vorstellung, daß sie wie eine Billardkugel zwischen den Banden des Billardtisches hin und her prellt, drängt sich im zweiten Teil der hervorragenden Darbietung auf.
Unvermittelt dringt alte Schlagermusik aus den Laut- sprechern und eine verliebte Männerstimme erzählt seiner Angebeteten „Donna Klara, ich hab dich tanzen gesehen … “ Die tänzerische Darstellung der Anna Klara übernimmt Bianca „Cinnamon Star“ Stücker auf ganz gekonnte Art und Weise, „beschwingt“ damit das Publikum und setzt ein Gegengewicht zur Schwere des vorherigen Tanzes.
Mit einem verzaubernden Taksim startet Patricia Alvarez
aus Spanien, wechselt im folgenden flotten Musikteil zu strahlendem Ausdruck und dem Gefühl, wie schön das Leben ist, um dann zum Wirbelwind zu werden und mit wirbelnden Röcken und strahlendem Lächeln über die Bühne zu fegen. Patricia Alvarez ist Meisterin in der Verschmelzung von Orientalischem Tanz mit Flamenco und Zigeunertanz.

Etwas sehr Ungewöhnliches bietet jetzt
Henneth Annun
mit einer Fusion-Improvisation zum Titel „Modern Jazz“. Präzise und elegant löst Henneth diese Herausforderung der Improvisation „sich zu zeigen, wie man ist“, der sich nur sehr wenige Tänzerinnen stellen und sich lieber hinter der Sicherheit der Choreographie verbergen.
Und jetzt gibt sich einer der wichtigsten Tribal-Stämme Deutschlands die Ehre und sprengt mit elf Tänzerinnen fast das Fassungsvermögen der Bühne im Schillersaal: Neas Tribal unter Gabriellas bewährter Führung zeigt ein Feuerwerk an Schritten und Formationen. Und das Ganze, wie es sich gehört und ein Markenzeichen von Neas Tribal ist, natürlich improvisiert: da wirbeln die Röcke, spürt man die Lebens- und Tanzfreude, zischt die Energie und diese Energie überträgt sich aufs Publikum.
weiter...
Melanie "Sarina" Baumeister
Eliana
Der Festsaal - die Jugendstil-Turnhalle des Offenburger Schiller-Gymnasiums
Claudia Dufner
Zarah Allegra
Miss Lily Qamar
Giuliana Angelini
Fusionea
Devadasi Caravan
Bianca "Cinnamon Star" Stücker
Patricia Alvarez
Henneth Annun
links: Neas Tribal