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Showberichte
Photos © Konstanze Winkler
Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler
Oriental Fusion Gala 2
24. Februar 2017
Capitol-Theater, Düsseldorf


Showbericht von Marcel Bieger


War die erste Oriental Fusion Gala noch ein Versuch, OT, Tribal und verschiedene andere Stile zusammenzubringen, so gab der große Erfolg allen Anstrengungen recht und ermunterte zum Weitermachen.

Veranstalter Dean und künstlerische Leiterin Manis hatten bei der Nachfolgerin, Oriental Fusion Gala 2, Muße und Gewißheit, ihr Konzept noch weiter und stringenter umzusetzen. Es geht ihnen vor allem darum, OT und Tribal nicht nur in all ihren Spielarten aufzuzeigen, sondern sie in den Dialog zu anderen Tanzstilen zu setzen, um mögliche weitere Fusionen zu erahnen oder überhaupt erst faßbar zu machen. Wir sind sehr angetan von diesem ambitionierten Konzept und freuen uns, daß die dritte Gala bereits in Planung ist.
Manis‘ Gruppe Safira setzt den Anfang, und es geht gleich beschwingt los mit Isis-Flügeln und anderen Accessoires. Das Sextett webt auch ein kurzes Trommelsolo ein und verzichtet ebenso nicht auf eine Einlage mit afrikanischer Stammesmusik. – Die seltenen Männer im Bauchtanz vertritt zuverlässig Pierre Moussa mit einem langsamen, sehr gefühlvollen libanesischen Lied. Er schmachtet und verzehrt sich.
Ras el Hanout endlich wieder auf der Bühne, doch leider auch zu einem ihrer vermutlich letzten Auftritte, legt die Gruppe doch eine Pause ein. Das Nonett wirkt mal arabisch, dann wieder wie aus „Riverdance“, bis sie sich zum Ende im Tribal wiederfinden.
– Ebenfalls endlich wieder in nördlicheren Gefilden zu sehen: Giuliana Angelini, die es nach einer kleinen Pause wieder wissen will. Und wie! Sie hat sich dem Burlesque Tribal Fusion verschrieben und führt den zunächst vor und später auf der Bühne, aber immer stilsicher und kokett vor. Sie tanzt den Swing, als hätte sie nie etwas anderes getan!
Kiki and the House of Hanichu führt uns in die Welt des Voguing, die uns noch ein wenig fremd ist, aber um sie besser kennenzulernen, sind wir ja hierher gekommen. Sieben junge Damen tummeln sich auf der Bühne und es geht nicht allein um eine Abfolge von Posen wie im berühmt gewordenen Video von Madonna, sondern um eine eigenständige künstlerische Form.– Aus Berlin ist Shalymar angereist, eine der gegenwärtigen deutschen und auch internationalen absoluten Spitzen-OT-Tänzerinnen. Ist sie mit ihren eher getragenen lyrischen Raks Sharki bekanntgeworden, bezaubert sie uns heute mit einem Schleiertanz gefolgt von einem Trommelsolo. Dies alles ist ihre Domäne.
Cha Cha bietet uns Ivana Scavuzzo mit ihrer Latin Soul Company. Es geht sehr flott und rhythmusbetont zu, und am Schluß ist noch eine Zeitgenössisch-Pointe eingeflochten. Beachtlich. – Daniel Luka hat schon in Jugendjahren die Liebe zum Step-Tanz entdeckt und ist ihm seitdem treu geblieben. Bei diesem Tanz denkt man natürlich gleich an alte Hollywood-Filme und vor allem Fred Astaire. Aber die Entwicklung ist selbstredend nicht dort stehengeblieben, und Daniel zeigt Eigenständiges, Originelles und, vor allem, Unterhaltendes.
Manis & Sinam verhelfen dem Orientalischen Tanz noch einmal zu seinem Recht. Ein traditionelles Musikstück wird durch eine Manis-typische Choreographie veredelt. Das Sextett vergißt auch das Trommelsolo-Zwischenstück nicht. – Sol et Luna bieten immer actionreiche Unterhaltung, diesmal mit einem Stück Reggaeton, dessen hohes Tempo sie bis zum Schluß beibehalten. Und sie verleihen dem Ganzen ihre eigene Note.
Dia Décadence schreitet und schwingt im Umhang zu lateinamerikanischer Musik einher. Da sie den Burlesque-Flügel vertritt, der den klassische Fast-Striptease pflegt, fängt sie an, nicht nur den Umhang abzulegen, sondern sich auch von anderen Kleidungsstücken zu befreien. Doch niemals würde sie ganz nackt dastehen, das wäre ja keine Kunstform mehr, sondern simples Ausziehen – Ereshkigal aus Augsburg hatte immer schon eine Schwäche für Indisch Tribal Fusion, der die Gruppe heute wieder nachgibt. Aus dem entwickelt sich tatsächlich Indisch ATS, und so etwas kann sich nur eine Spitzen-Choreographin wie Ida Mahin einfallen lassen.
Manis‘ Lieblings-Duo-Partnerin Gamila, ist schon seit langem als OT-Künstlerin deutschlandweit und international ein Begriff. Ihr klassischer Raks Sharki mit allem drum und dran rundet die Abteilung klassischer OT auf dieser Gala ab. – Ayeris ist seit 2012 bei der Gruppe Sinam aktiv, und ihr Tribal Fusion sucht seinesgleichen, paart sie ihn doch mit Zeitgenössisch und versteht es dabei, aus scheinbar Gewohntem etwas aufregend Neues zu machen. – Da waren wir vorhin wohl etwas voreilig, denn noch ein Mann erscheint auf der Bühne, Antonio aus Brasilien, wohl einer atemberaubendsten OT-Tänzer unserer Zeit. Er bewegt sich frisch und lebendig, der Mittelteil seines Vortrags besteht fast nur aus Bauchflattern und Shimmies, und sein ungewöhnliches Tempo macht einen schwindeln.
Der zweite Teil beginnt, und den bringt Safira gleich in Schwung. Natürlich hat Manis die Choreographie geschrieben, und die hat eine Menge mit hübschen Schleierbewegungen zu tun. – Lange haben wir Henneth Annun wegen ihrer Babypause vermisst, doch nun ist sie wieder da und hat sich für die Fusion Gala allerlei neues ausgedacht. Henneth beginnt mit einem Zimbel-Solo, tanzt dann einen Tribal Fusion zu arabischer Musik, und das steigert sich zum dritten Teil, in dem sie so aus sich herausgeht, wie man sie immer noch in bester Erinnerung hat.

Jetzt das Ensemble Pierre Moussa mit einer Dabke. Das sieht nicht nur elegant aus, das vermittelt auch Spaß und Freude. Ja, choreographieren, das kann der Pierre.

Einen sehr schönen Schleier- bzw. Schal-Tanz zeigt uns nun Manis zu stimmungsvoller und exotischer japanischer Musik.

Immer wieder gern gesehen ist auch Karanfilia, diesmal eher ungewohnt mit einem Bollywood-Stück. Aber den beherrscht sie auch, wie macht sie das bloß?

Bei ihrem Auftritt heute abend führt uns Zoe Melody  Voguing vor und beeindruckt uns ein weiteres Mal, wie variantenreich dieser Tanz doch sein kann. Was wir von Zoe geboten bekommen, unterscheidet sich doch deutlich von der Darbietung Kikis & Co.
Drei Tänzerinnen von Sinam tanzen im Trio burlesque und vermischen Musik aus Cabaret und italienische Volksmusik. Ganz besonders hübsch.

Ivana Scavuzzo heizt uns mit einem Salsa ein, ein sehr flotter und sexy Beitrag, der überzeugend belegt, warum dieser Tanz so beliebt ist. – Diesmal mit Partner: Daniel Luka zunächst zu Skat-Gesang, dann im Duo mit Nikolai Kemeny, und schließlich erhält jeder der beiden ein Solo. Wenn sie zusammen sind, wirkt alles sehr synchron, sind sie allein, wirkt es kraftvoll.

Giuliana Angelini erscheint kostümiert als Spieldosen-Ballerina und tanzt sehr weich und getragen, doch dann geht es ab zu „Chicago, You’re My Kind Of Town“. Den Charleston hat sie drauf, und überhaupt macht die neue Giuliana ein tolles Programm. – Manis & Gamila beschenken uns mit ihrem Duo, wie stets ein perfekt synchroner Auftritt zu einem etwas westlich ausgelegten Medley orientalischer Melodien.

Eine Pfauenfederkrone trägt Ida Mahin auf dem Kopf und beschert uns einen polynesischen Tanz. Mit demselben Kopfschmuck läßt sie der Südsee-Weise einen schmissigen Samba folgen. Ideen hat diese Frau! – Und noch einmal Dia Décadence, diesmal mit einem japanischen Sonnenschirm und Cliff Richards „Summer Holidays“ im Gepäck, und fängt an, sich tänzelnd zu entblättern.
Zur Philosophie der „Oriental Fusion Gala“ gehört es, jeden Künstler möglichst zweimal auftreten zu lassen, um sich einen breiten Eindruck von seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten zu verschaffen. – Jetzt ist Shalymar zum zweiten Mal auf der Bühne und zeigt uns das, womit sie berühmt geworden ist, den „lyrischen“ Raks Sharki. Lyrisch ist hier direkt aus dem Englischen übernommen und bezieht sich auf den Text eines Liedes, der mit dem Tanz interpretiert wird. Und natürlich, das kann sie wirklich gut.

Manis & Sinam als Quartett mit Leuchtstäben. Alles andere auf der Bühne bleibt bis auf das Schwarzlicht unbeleuchtet, was den gedrehten, und gewirbelten Lichtern natürlich eine besondere Wirkung verleiht.
Und wie vorhin bildet Antonio auch diesmal den Schluß. Er tanzt uns ein unverschämt agiles Trommelsolo, wechselt zu Samba über und kehrt zum OT zurück. Was für ein Tausendsassa! 

Begeistert verlassen wir das „Capitol“ und wissen, daß die alljährliche Oriental Fusion Gala eine absolute Bereicherung der Festival-Szene darstellt.

Die 3. Oriental Fusion Gala findet statt am
24. Februar 2018!

(2 Wochen NACH Karneval)

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Moderation: Max Wildgruber
Safira
Pierre Moussa
Giuliana Angelini
Ras el Hanout
Kiki House of Hanichou
Shalymar
Daniel Luka
Latin Soul Company
Sol et Luna
Manis & Sinam
Ereshkigal
Dia Décadence
Gamila
Ayeris
Antonio Rodriguez
Henneth Annun
Safira
Manis
Karanfilia
Ensemble Pierre Moussa
Sinam Trio
Zoe Melody
Ivana Scavuzzo
Giuliana Angelini
Manis & Gamila
Ida Mahin
Daniel Luka & Nikolai Kemeny
Dia Décadence
Shalymar
Antonio
Manis & Sinam
Finale
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