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Leyla & Roland Jouvanas 25. Orientalisches Tanzfestival Europas
Photos © André Elbing (www.andre-elbing.de)
Zur Eröffnung betritt das Ehepaar Jouvana gemeinsam die Bühne und begrüßt das Publikum, die Sponsoren, all die vielen Helfer und natürlich die Künstler mit warmen Worten. Im folgenden stellen sich die Stars dann gegenseitig vor, eine immer wieder aufs neue gelungene Idee, denn alle haben ihren großen Spaß daran, wenn die Bühnenheldinnen so tun, als würden sie sich bei der Aussprache des ungewohnten Deutschen die Zunge verrenken (wir haben ihnen in all den Jahren oft genug vorab hinter der Bühne bei ihren kleinen Ansprachen geholfen, um zu wissen, daß sie es besser können).

Am Anfang steht Esmii mit einem zeitgenössischen Fusionstanz. Als Accessoire hat sie einen kleinen Teppich (einen Läufer) dabei, mit dem sie allerlei Kunststückchen vorführt und ihn natürlich auch betanzt. Esmii war schon wiederholt beim OFE, sie war auch Gewinnerin beim Contest "BDotW", und sie denkt sich jedes Mal etwas Neues aus.

Carmina kommt aus Syrien, ist aber inDeutschland geboren, und verzaubert uns mit einem melodramatischen Raks Sharki der traditionellen Art. Ihr Tanz verrät, wie sehr sie in dieser Materie zuhause ist und wieviel Talent sie mitbekommen hat.

Aus Frankreich kommt BDotW-Gewinnerin Pauline Ata mit etwas, das wir so auch noch nie gesehen haben: Tribal Fusion mit polynesischem Tanz. Die Künstlerin scheint sich mit der Geschichte des Tribal Fusion auszukennen, bringt sie doch im ersten Teil den nämlichen und im zweiten das, was heute polynesisch genannt wird. So entsteht ein spannender Gegensatz.

Es gibt einige Tänzerinnen, die sieht man immer wieder gern, weil sie eine so sympathische Ausstrahlung haben. Und wenn die Betreffende den Raks Sharki auch noch mit Leidenschaft und Ausstrahlung tanzt, dann wissen wir, daß wir Queenie auf der Bühne sehen. Kein Wunder, daß sie schon mehrfach in Duisburg dabei war, sowohl als Gewinnerin beim Contest, als auch auf der großen Abendgala.
Immer wieder gern gesehen auf den Festivals ist Silvia Salamanca, die mit ihren Kunststückchen, Tricks und Tanz-Scherzen/Ulken zu den absoluten Unterhaltungsköniginnen im OT gehört. Hier bietet sie uns ihre Interpretation davon an, wie Flamenco und Zigeunertanz miteinander harmonieren; und wenn man sie so sieht, könnte man meinen, beide seien allein füreinander geschaffen.

Einer der ganz großen russischen Stars ist Ebru Bekker, die für uns ein rasantes Trommelsolo bereithält. Wer aber meint, so ein Trommelsolo sei nur ein rhythmisches Auf und Ab, der sollte sich dringend Ebru anschauen. Sie zieht nicht nur alle Trommelsolo-Register, sondern fügt ihnen auch ein paar neue hinzu. Und sie flirtet mit dem Publikum, als habe sie in ihrem ganzen Leben nichts Wichtigeres getan.

Mit Foxycat Alice wird es dann endgültig exotisch auf der Bühne. Die Künstlerin aus Hongkong hat uns früher schon mit ihrem legendären Pfauentanz begeistert und wartet heute mit einer weiteren Kostprobe ihres Könnens auf. Zuerst wiegt sie sich zu getragener Geigenmusik, doch dann hebt sie ab zu einem fetzigen Trommelsolo, und man mag es gar nicht glauben, wieviel Energie in einem so zierlichen Persönchen steckt.

Eine liebe alte Bekannte (wenn auch noch recht jung an Jahren) ist Nika Mlakar aus Slowenien. Sie tanzt orientalisch mit einer Inbrunst, als gäbe es nur ihn und sie auf der Welt. Und sie erweitert ihn um ein paar eigene Einlagen, so daß ihrem OT eine ganz eigene Eleganz innewohnt.

Als weiterer Stargast betritt die Ägypterin Soraia Saied nun die Bühne (aber wer in dieser Jubliäums-Gala ist eigentlich kein Stargast?) und legt einen Shaabi aufs Parkett, als befänden sie und wir uns mitten auf einer staubigen Straße Kairos. Man merkt der Künstlerin an, daß sie inmitten dieses Volkstanzes aufgewachsen ist. – Und damit kommen wir auch schon ans Ende des ersten Teils.

Wer fehlt noch?
Richtig, die Gastgeberin Leyla Jouvana selbst. Zuerst rauscht sie mit ihrer Projektgruppe über die Bühne, immerhin insgesamt 23 Frauen (wenn wir uns nicht verzählt haben, aber die Damen bleiben ja nicht einen Moment stehen). Dieser Truppe merkt man an, wer ihre Lehrerin ist, nur Leyla versteht es, solche Riesen-Ensembles über die Bühne zu lenken,

daß sie nicht nur einen hübschen und bunten, sondern auch einen tanzkünstlerisch überzeugenden Auftritt hinlegen. – Und als alle Damen von der Bühne gegangen sind, legt Leyla ihr Solo nach, natürlich einen Raks Sharki mit Schleier-Intro. Sie tanzt dieses Sinnbild des Orienttanzes so leidenschaftlich und einfühlsam und vermag dem Klassiker unter den Orientalischen Tänzen mit ihrer lebendigen Art, auch noch Frische und Aktualität zu verleihen.

Die zweite Halbzeit startet mit Leyla Jouvana und ihrer Projektgruppe, ebenfalls zwei Dutzend Tänzerinnen. Frau tanzt in großer Runde Trommelsolo, und wie man sich gut vorstellen kann, geht das voller Energie richtig ab. Und daß die Damen das alles auch noch bewundernd synchron hinbekommen, nötigt einem allerdings Respekt ab. Mehr davon!
Eine Namensvetterin von ihr tritt nun auf, Lejla Mehmedovic aus Bosnien-Herzegowina. Sie startet ihre Tanzreise mit einem OT-Tango, wird dann aber immer jazziger, bindet auch Volkstanz-Elemente ein und ist insgesamt voller Lebensfreude und Hingabe für ihre Kunst. Uns bleibt sie deswegen noch lange im Gedächtnis.

Hafida Chader aus Frankreich und Algerien hat für uns einen ganz traditionellen Raks Sharki vorbereitet, so wie er sich gehört, oder? Denn eigentlich drückt sie ihm mit ihrer Interpretation einen ganz eigenen Stempel auf.

Blickfang Foxcat Alice lockt uns auch in diesem Jahr zu ihrem „Pfauentanz“, doch diesmal mit einem ganz neuartigen Tanzkostüm dieses schillernden Vogels. Und noch stärker als in früheren Jahren webt sie chinesische Volkstänze in ihre Schritte ein. Fernöstliche Exotik voller Grazie und Anmut.

Amirah Abdi aus der Ukraine führt uns in etwas düstere Fantasy-Welten, zumindest mit ihrem exotisch veredelten, ansonsten aber traditionellen Raks Sharki, und aus dem entwickelt sich dann ein astrein mitreißendes Trommelsolo.

Silvia Salamanca obliegt es nun, die nächste Ansage zu sprechen, doch sie nutzt die Gelegenheit auch dazu, Leyla und Roland für ihr großes Werk zu danken – 25 Jahre OFE -, und das Publikum erhebt sich daraufhin zu einer sogenannten „Standing Ovation“ für die beiden Gastgeber.

Leyla Jouvana führt ihr Ensemble aufs Tanzparkett, und sie kommen uns mit einem sehr romantischen Voi-Poi Tanz. In der zweiten Strophe führen sie ein paar akrobatische Einlagen hinzu, was für eine Choreographie!

Jetzt wird es feurig, wir kommen nun zu einem der Höhepunkte jeder OFE-Gala: Leyla tanzt ein Trommelsolo, und Roland spielt seine Perkussion mit zusätzlicher Fuß-Trommelmaschine dazu.

Diesmal hat er sich allerdings zwei Bongotrommeln hinzugeholt, und die schaffen einen fremdländisch karibischen Klang. Als Sahnehäubchen trommelt Leyla eine kleine Weile sogar mit! Gar nicht erst zu reden von Leylas Tanz, wie sie mit Roland flirtet, wie sie sich um ihn bewegt, und wie die beiden sich zum Abschluß küssen, immer wieder besonders gern gesehen!

Noch einmal zu unserem großen Vergnügen Nika Mlakar. Sie bündelt in ihrem Tanz alle Spielarten und Genres, die sie so gut beherrscht. Ihren Fächerschleiern zeigt sie uns ihre Träume, von freieren Stücken über lateinamerikanisch bis hin zu klassischem OT, der dann in ein rasant-rassiges Trommelsolo übergeht. Wir schließen uns gern der Meinung etlicher Besucher an, daß wir hier die beste Nika aller Zeiten gesehen haben. - Latifa Nejim ist zum ersten Mal bei der OFE dabei und gilt in ihrer Heimat Rußland längst als großer Star. Sie zeigt uns eine kleine Werkschau ihres Tanz-Talents: Aus einem traditionellen, aber eigenständigen Raks Sharki formt sich ein Stocktanz, und von dem ist es dann kein weiter Weg bis zum Trommelsolo; und mittendrin kehrt sie immer wieder, sozusagen als Zwischenstrophe, zum ursprünglichen Stück zurück.

Lobend erwähnen möchten wir auch Vanesa Moreno aus Spanien, die uns mit einer Tango-Einlage erfreut. Sie tanzte ebenfalls auf der Jury-Galashow und sagt nun die letzten beiden Künstler des Abends an.

Silvia Salamanca tanzt ein Trommelsolo? Irgendein Trommelsolo? Nein das unverwechselbare „silvianische Trommelsolo“ voller Rasanz und Passion. Sie baut ihre kleinen Späße und Sonderbewegungen ein, für die wir sie alle so sehr lieben; und auch, wenn man es nicht immer sofort sieht, wir befinden uns von Anfang bis Ende im Trommelsolo, allerdings dem „silvianischen“.

Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler

Das
26.Orientalische Tanzfestival Europas
findet statt vom
28. November - 3. Dezember 2018
in Duisburg/Rheinhausenhalle

Homepage: www.leyla-jouvana.de
Leyla & Roland Jouvana
Esmii (Frankreich)
Carmina (Syrien/D)
Pauline Ata (Frankreich)
Queenie (Belgien)
Silvia Salamanca (USA)
Ebru Bekker (Russland)
Foxycat Alice (Hongkong)
Nika Mlakar (Slowenien)
Soraia Sayed (Ägypten)
Projektgruppe Leyla Jouvana
Leyla Jouvana
Projektgruppe Leyla Jouvana
Lejla Mehmedovic (Bosnien-Herzegowina)
Hafida Chader (Algerien/Frankreich)
Foxycat Alice (Hongkong)
Amira Abdi (Ukraine)
Ensemble Leyla Jouvana
Latifa Nejim (Russland)
Leyla & Roland Jouvana
Nika Mlakar (Slowenien)
Silvia Salamanca (USA)
Soraia Saied (Ägypten)
Finale
Im nachfolgenden Finale sehen wir sie alle wieder, die uns so gut unterhalten und so sehr den Abend verschönt haben. Wieder einmal gingen die Stunden einer OFE-Gala viel zu rasch vorüber, und uns bleibt nur der Trost, daß es ja im nächsten Jahr ein 26. Festival gibt.

Hinweis in eigener Sache: Aus Krankheitsgründen war es der „Hagalla“-Redaktion leider nicht möglich, am Festival persönlich teilzunehmen. Leyla & Roland haben uns deswegen eine DVD der Gala zur Verfügung gestellt. Die haben wir uns in aller Gewissenhaftigkeit (und mit wachsender Begeisterung) angeschaut. Sollten also Beobachtungen sachlich falsch wiedergegeben worden sein, so liegt das allein am Autor und dessen Eitelkeit, noch immer keine Brille tragen zu wollen. Wir bedanken uns ganz herzlich für die von Leyla und Roland erwiesene Freundlichkeit.

Den Abschluß des Tanzvergnügens läutet Soraia Saied ein. Es erwartet uns ein langsamer Raks Sharki mit Elementen aus Baladi und Saidi, und das Ganze in einer wirklich großartigen Art und Weise vorgetragen; das Original eben.
Vanesa Moreno (Spanien)

Die Grand Gala Show
Duisburg, Rheinhausenhalle, Samstag, 02.12.2017

„PEOPLE WILL NEVER FORGET HOW YOU MADE THEM FEEL – DIE MENSCHEN VERGESSEN NIE, WAS IHR IN IHNEN AUSGELÖST HABT.“
Showbericht von Marcel Bieger