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Photos © Konstanze Winkler
Duo Kokoro (Niederlande)
Moderation: Jasmena
Duo Mariam und Katja
Jana Schlender
El Kahira (Österreich)
Ping (China)
Zafirah (Kanada)
Mayyadah
Feriel (Frankreich)
Gruppe El Saherat
Ruby (USA)
SCHÖNHEIT UND ÄSTHETIK

19. Orientalisches Festival Europas
von Leyla Jouvana und Roland

von Marcel Bieger

Das OFE veranstaltet traditionell am ersten Wochenende seinen Contest „Bellydancer of the World“, zu dem wirklich Künstlerinnen aus der ganzen Welt angereist kommen, um sich hier einem internationalen Publikum zu stellen. Aus Südafrika, den Ländern Asiens, aus Europa und sogar den USA. Hübsch auch die Busladungen voll Belgierinnen und Holländerinnen, die immer mehr Zuschauerraum füllen. Belgische Tänzerinnen sagen selbst, daß sie ohne die Chance, die das OFE ihnen bietet, wohl nie so weit gekommen wären, daß ihre nationale Szene sich niemals so hätte entwickeln können, wie sie sich heute darstellt.

Das zweite Wochenende wird dann von den Gala-Shows bestimmt, zwei samstags und zwei sonntags, zwei verschiedene am
Nachmittag und zwei identische am Abend. Eingerahmt sind beide Wochenenden von einer der größten Basar-Messen, die man sich denken kann und auf dem jede etwas findet, von der OT-Tänzerin bis zu Dark Gothic-Künstlerin.
Alle Jahre wieder, und das auch noch in der Vorweihnachtszeit, zeigt sich Duisburg von seiner schönsten und buntesten Seite. Dann öffnen nämlich Leyla Jouvana und Roland die Pforten der Rheinhausenhalle zum Orientalischen Festival Europas (OFE), und über 5 000 Menschen strömen, in der Regel dem Anlaß entsprechend gewandet, herbei, um sich anzuschauen, was Leyla und Roland auf ihren vielen Reisen wieder an tollen Künstlern entdeckt und zu uns eingeladen haben. Und die beiden dürften zu den meistreisenden Orient-Künstlern dieser Erde gehören. Seit nunmehr 19 Jahren gibt es dieses Festival, und folglich steht 2012 Ausgabe Nummer 20 an, auf die wir schon sehr, sehr gespannt sind.

Daß das OFE immer noch Tausende Menschen anzieht (mehr als jedes andere Festival in Europa) hat seine Gründe hauptsächlich in der attraktiven Gäste-Auswahl, aber auch in der klugen Organisationspolitik der Veranstalter.
Gar nicht erst davon zu reden, daß die Tänzerin Leyla immer noch und wohl noch sehr lange zu den Hauptsehens-würdigkeiten des Festivals gehört – und wenn sie zusammen mit ihrem Mann Roland zum legendären Tabla-/Tanz-Duo mit Shimmy antritt, dann freut sich da zurecht das Publikum drauf und geht begeistert mit.
Doch genug der Vorrede, zu den Shows im einzelnen (siehe auch die Bildberichte in dieser Zeitung):
SAMSTAG NACHMITTAG GALA

Wenn man einen so erfolgreichen Wettbewerb wie „Bellydancer of the World“ durchführt, bekommt man dort auch Talente zu sehen, die ebenso eine Gala schmücken würden. Und Leyla weiß als gute Gastgeberin, die Besten der Besten dem Gala-Publikum vorzuführen. – Jana Schlender, Siegerin in der Kinder-Sparte, beweist wie auch schon beim Contest, daß sie trotz ihrer Jugend bereits großartige Anlagen in sich trägt. – Aus Österreich stammt die Gruppe El Kahira. Das Quartett erfreut mit solidem Orientalischem Formations-Tanz.

Klassisch kommt uns auch das Duo Mariam & Katja, das seinem Vortrag mit Zimbeln eine ganz eigene Lieblichkeit verleiht. – Nach einer Choreographie (der ebenfalls, später, auftretenden Mayyadah) tanzt die Gruppe El Saherat einen lebendig popigen Zigeunertanz. 9 Mädels wirbeln über die Bühne, mal zusammen, mal in Kleingruppen, ein hübscher Anblick.
Und dann kommt sie selbst, Meisterin Mayyadah, mit ihrem erprobten Raks Sharki, den sie gekonnt temperamentvoll und sehr lebendig darbringt. Damit nicht genug folgt auch noch ein ansteckend rhythmisches Trommelsolo mit Tempo und Ausdauer, bei dem es keinem ruhig auf dem Sitz hält.
Wenn Guo Wei und sein Manager Yao aus Festlands-China nach Deutschland kommen, bringen sie immer noch ein paar Tänzerinnen aus ihrer Heimat mit, die exotisch und liebreizend, fremd und doch so interessant tanzen, daß man hinschauen muß. In diese Kategorie gehört auch Ping, die in diesem Jahr dabei ist, mit einer Maske auftritt und mit diesem Vortrag bereits im Contest einen ersten Platz erringen konnte. Ihre Spezialität: Tribal mit chinesischem Jazz zu verknüpfen.
Aus Kanada dabei, und nicht zum ersten Mal, Zafirah mit einem klassischen Raks Sharki von unbändiger Lebensfreude und sauber getanzt wie aus dem Lehrbuch. – Im Anschluß aus Frankreich
Feriel, die alljährlich im Wettbewerb antritt und schon so gut wie alle Preise dort errungen hat. Auch sie ist eine der Großen ihres Landes im klassischen OT, und sie bringt stets eine große Fan-Gemeinde mit.
Kurz vor Ende der Nachmittags- Gala erscheint Ruby aus den USA auf der Bühne, die im letzten Jahr erstmals im Wettbewerb angetre- ten ist und dort so gut gefallen hat, daß sie in diesem Jahr auf die Gala-Bühne gebeten wurde. Ruby lohnt aber auch wirklich das Hinschauen, gilt sie doch als eine der wenigen Spezialistinnen für türkischen Raks Sharki, und der unterscheidet sich um einiges vom ägyptischen. Vor allem das extrovertierte Auftreten der Tänzerin im Gegensatz zur eher introvertierten Nil-Variante bleibt im Gedächtnis, und natürlich das folkloristischere Kostüm.
Den Schluß läutet das Duo Kokoro aus den Niederlanden und Belgien ein. Sie haben sowohl gemeinsam wie auch als Solisten Preise für ihren Tribal Fusion gewonnen, dürfen sich – natürlich – „Bellydancer of the World“ nennen und führen hier eine neue Schöpfung vor. Wohl nie zuvor sind sich Duo Kokoro und Ballett/Modern Dance so nahe gekommen.
Wer das heute verpaßt hat, tut gut daran, sich wenigstens morgen einzufinden, dann gibt es auch wieder eine Nachmittags-Gala, und die unterscheidet sich doch sehr von der heutigen, ist aber mindestens genauso gut.
Die erste Gala des 19. Orientalischen Festivals Europa ist zu Ende, wie immer begleitete uns Jasmena charmant durch den Nachmittag.