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Photos © Konstanze Winkler
Shakra
ROCKEN WIR DAS HAUS – MIT BAUCHTANZ!
Zur Show
„Beyond Bellydance 3“
im niederländischen Utrecht,

26./27. März 2011
von Marcel Bieger

Tjarda ist jedem Tanzbegeisterten ein Begriff, man darf sie ohne Übertreibung die experimentierfreudigste und avantgardistischste Vertreterin des Bauchtanzes in den Niederlanden nennen, in einem Land also, aus dem schon erstaunlich viele herausragende Tänzerinnen hervorgegangen sind. Dennoch würde man Tjarda mit diesem Lob nicht ganz gerecht, immerhin kennt sie sich nicht nur im Orientalischen Tanz aus, sie ist auch eine hochtalentierte Vertreterin des Zeitgenössischen Tanzes, und man darf sie durchaus in einem Atemzug mit „Les Soeurs Tribales“ und anderen nennen.
Seit einiger Zeit pflegt Tjarda van Straaten ihre eigene Festivalreihe, die den schönen Titel BEYOND BELLYDANCE trägt, und hier ist – natürlich – der Name Programm. Denn es geht Tjarda nicht nur um eine Bestandsaufnahme des Bauchtanzes oder lediglich des Tribals. Es würde ihr sicher nicht schwerfallen, so etwas durchzuführen, aber damit hätte sie doch nur die Szene um ein weiteres „Best of“ bereichert. Tjarda will aber aufzeigen, welche Möglichkeiten immer noch im Bauchtanz schlummern, was sich noch alles mit ihm anfangen läßt und in welche Richtung er gehen könnte.

Erstmals zu „Beyond Bellydance 3“ konnten wir diese Show besuchen, und wir waren hingerissen. Die vielen Interpretationen von und Auseinandersetzungen mit dem Zeitgenössischen Tanz und dem modernen Ballett ließen ebenso aufhorchen wie Begegnungen mit englischen Stars (von denen man hierzulande ja nicht allzu häufig etwas sieht), und das insbesondere der Kontakt mit Hilde Cannoodt, die nicht nur allerhand kann, sondern auch ungemein viel im Umfeld tut.

Die Veranstaltung selbst fand bisher (die Zukunft ist leider etwas ungewiß) in einem Kulturzentrum statt, das sich die Förderung auch von solchen Ereignissen auf die Fahnen geschrieben hat. Tjarda hatte so die Möglichkeit, recht zivile Eintrittspreise nehmen zu können. Dennoch will sie weitermachen, und dafür drücken wir ihr von Herzen die Daumen. Tjarda war im Frühling auch bei uns zu sehen, auf dem 4. Tribal Festival in Hannover nämlich. Es war nicht ihr erster Auftritt in Deutschland, und wir sind zuversichtlich, daß es auch nicht ihr letzter gewesen sein wird.
Und noch ein Mann verleiht diesem Abend eine besondere Note. Tjardas Vater führt durchs Programm und gibt charmante-launige-humorige Kommentare. Dazu kabbeln sich Vater und Tochter, daß das Publikum sich davon bestens unterhalten fühlt.
Oder das Erlebnis „Shakra“, nach deren Auftritt man sich fragt, wer ist mehr ins Schwitzen gekommen, die Künstlerinnen oder die Zuschauer. Flamenco war ebenfalls Thema auf diesem 3. Festival, wir hatten unsere ersten „Burlesque“- Sichtungen, und als überaus angenehm empfangen wir die Auftritte von DJ Amar, der nicht nur in den Pausen, sondern auch nach der Show auflegte.
Doch genug der Vorrede, zum Show-Bericht:

Den Anfang macht die sehr bewegliche Esther Niederpelt, sie tanzt zeitgenössisch eine einfache aber bewegende Geschichte um Glück und Liebe. OT und Tribal bilden eine Art Rahmen. – Renates Schülerinnengruppe führt einen Tribal mal klassisch, mal in Kleingruppen und stets mit erkennbarem indischen Einfluß auf. Sehr hübsch.

Die Französin Deborah Deprez wartet mit einem Zigeunertanz auf, der es in sich hat, nicht nur wegen seiner Melancholie, sondern auch wegen seiner Unterstützung durch Ballett- und Tribal Fusion- Elemente. – Tjardas Schülerinnengruppe hält etwas Besonderes für uns bereit, einen zeitgenössischen Tanz mit viel Tribal, Chorus und sogar ATS. Man können meinen, „Urban Tribal“ stünden hier auf der Bühne.
Der deutsche Tribe E’fey hat sich der antiken Sagenwelt verschrieben, und wenn sie nicht gleich als Nymphen, Nereiden oder dergleichen auftreten, dann von starken Fantasy-Elementen begleitet. Zur Abwechslung wedeln sie diesmal mit Fächerschleiern.
Tribal Fusion der überaus beweglichen Art bietet die noch sehr junge Sulayca, die südostasiatischer Abstammung ist, eine nicht gerade führende Region im Bauchtanz.
Eine andere Schülerinnengruppe Tjardas bietet uns mit einer interessanten düsteren Mischung aus Rock, Jazz und Tribal. Selbst Ballett ist mit dabei.
Aus England kommt Kerry Darkstar, und sie zeigt Industrial Dark Rock mit eckigen Bewegungen.
Hip Hop Disco bieten Minx, das ist spannend anzuschauen, hat Klasse und unterstreicht den Anspruch dieser Veranstaltung, über den Bauchtanz hinauszugehen.
Eine Schülerinnengruppe von Renate zeigt einen Bändertanz auf Basis zeitgenössischen Tanzes und erzählt uns solcherart eine Geschichte. –
Tjardas Amano Projekt, bei dem die Meisterin selbst mitwirkt, mischt Zeitgenössischen Tanz mit klassischem OT, mal überwiegt das eine, mal das andere, und ständig formieren die fünf Tänzerinnen sich zu neuen Mini-Gruppen.
Moderation: Herr van Straten
Esther Niederpelt
Schülerinnen Renate
Deborah Deprez
Tjardas Schülerinnen
E'fey
Minx
Tjardas Schülerinnen
Sulayca
Kerry Darkstar
Renates Schülerinnen
The Amano Project
Seitengestaltung: Konstanze Winkler