Startseite/Aktuelles
zurück zu ma kuck'n
die aktuellen SummerCamp-NEWS:
22.07.17 - "Ich will täglich ein kleiness bisschen zum Frieden beitragen" - Interview IVANA KISIC
20.07.17 - Sinnlichkeit, "Frechheit", Eleganz und Latinofeuer - Interview ANTONIO RODRIGUEZ
17.07.17 - "Dieser Tanz lebt vom Ausdruck" - Interview mit KARANFILIA
14.07.17 - "Noch heute klopt mein Herz schneller ..." - Interview mit WILHELMINA WILLIE STARK
12.07.17 - Hawai'ian Hula - Tanz, Philosophie, Lebenseinstellung - Interview mit JUHANA BOWÉ
10.07.17 - "Meinen Stil habe ich unter Einfluß von neuen ..." - Interview mit CARLO MELIS
05.07.17 - "Nur das Gefühl ist halt anders" - Interview mit BOUNI 
01.07.17 - "Genres mischen, um daraus etwas ganz ..." - Interview mit EMMA VALTONEN
DAS GRÖSSTE ORIENTAL SUMMER CAMP ALLER ZEITEN
Das muß man zweimal lesen, sonst faßt man es nicht: Manis hat sich noch mehr als in den Vorjahren umgetan und ein Riesenprogramm zusammengetragen: 25 Dozenten, 110 Kurse und das verteilt auf drei Wochen! Die 7. Orientalische Sommer-Akademie der Manis hat es wahrlich in sich: Vom 5.-27. August kann man sich fort-, weiter- und/oder grundausbilden in 28 Genres und deren Unterarten. Natürlich stehen der Orientalische und der Tribal-Tanz im Vordergrund, schließlich heißt es ja „Oriental“ Summer Camp, aber sowohl im Tribal Fusion als auch im OT Fusion werden Kombinationen zwischen zwei Stilen immer mit großem Interesse verfolgt. Und hier im OSC erhält man bestimmt Ideen für ganz individuelle, für ganz eigene Fusionen. In den kommenden Wochen wird „Hagalla“ wie gewohnt die neuen Dozenten vorstellen und auf die „Veteranen“ verweisen.
Infos und Kontakt:
auf
Manis‘ Facebook-Seite
Samstag, 01. Juli 2017

Das „Oriental Summer Camp“ hat immer schon einen seiner Schwerpunkte darauf gelegt, den Orientalischen Tanz und den Tribal mit anderen Stilrichtungen und Tanz-Genres zusammenzubingen. Emma Valtonen stammt aus Finnland und hat sich auf Jazz-Tanz, Lyrical Jazz und House spezialisiert. Zu allen drei Tanzarten gibt sie Workshops, und wie bei ihr alles so gekommen ist, wie es gekommen ist, erzählt sie uns jetzt:

"GENRES MISCHEN, UM DARAUS ETWAS GANZ INDIVIDUELLES ZU ERSCHAFFEN.“
"TO MIX STYLES TOGETHER AND CREATE SOMETHING OF IST OWN.“

Interview mit/with Emma Valtonen
von / by Marcel Bieger (auch Übersetzung/also translation)

Stell dich uns bitte vor. Introduce Emma Valtonen to us, please.
Ich heiße Emma Valtonen, stamme aus Finnland und bin vor anderthalb Jahren nach Düsseldorf gezogen. Weil ich etwas Neues ausprobieren wollte, habe ich mit 17 angefangen zu tanzen, und irgendwann hat sich dann für mich herausgestellt, daß

Tanzen das beste war und ist, was ich tun wollte. Aber ich habe vier Jahre gebraucht, um das herauszufinden und auch, daß ich davon leben kann. Ich habe an der Uni Kunsterziehung studiert und im Nebenfach Tanzpädagogik. 2011 bin ich dann nach Portugal und habe in Lissabon mein Studium komplettiert. Mittlerweile war mir so richtig klar geworden, wie wichtig der Tanz für mich ist, und seitdem bin ich in viele Länder gereist, um dort Workshops zu besuchen und auch sonst meine Tanzausbildung zu vervollkommnen.

I come from Finland and I moved to Düsseldorf 1,5 year ago. I started to dance at the age of 17 because I wanted to try something new. Then it just happend to become the most comfortable thing for me to do and be. But it took around 4 more years to realise that I actually want and can do that for a living. I studied art education at a university and I minored in dance education and was able to study it more in Lissabon, Portugal in 2011. After really noticing that dance is my thing I started to travel a lot to different countries, took workshops etc to train and educate myself.

Wie uns dein Tanzhaus-Eintrag informiert, sind Urban Dance, Modern, Lyrical Jazz und Jazz-Tanz deine Vorlieben. Was hat dich gerade zu diesen Genres hingezogen?
Urban dance, modern, lyrical jazz, and jazz dance, as the site of "tanzhaus nrw" informs us, are your styles. What made you fall in love with these?

Als ich mit dem Tanz begonnen habe, gab es in meiner Heimatstadt nicht allzu viele Möglichkeiten. Im ersten Jahr habe ich nur Street Jazz-Kurse besucht. Mir gefiel beides, aber in unserer Schule wurde kein Hip Hop unterrichtet, und so habe ich mich mehr mit dem Jazz beschäftigt. Ehrlich gesagt wollte ich damals nur tanzen, und die Stilart war mir eigentlich egal. Tanz war für mich eine ganz neue und großartige Möglichkeit, mich auszudrücken, und das Ganze hat mir großen Spaß gemacht. Nachdem ich in eine größere Stadt gezogen war, um dort Kunsterziehung zu studieren, habe ich weiterhin Unterricht in Jazz-Tanz und Modern genommen, aber mich gleichzeitig auch für andere Genres interessiert. Ich habe vor allem Workshops und Kurse in den Urban Styles genommen, denn die haben mir gut gefallen, vor allem weil sie so anders als alles waren, was ich bisher gemacht hatte. Besonders House hat es mir angetan, und diese Tanzform hat mir sehr dabei geholfen, den Jazz-Tanz zu verstehen und weiterzuentwickeln; auch wenn das jetzt vielleicht etwas merkwürdig klingt. Ich habe viel allein zuhause trainiert und mit den einzelnen Spielarten experimentiert. Beim Jazz gefiel mir am besten das Gefühl zu fliegen, am Modern mochte ich das Gefühl, einen besseren Kontakt zum Boden zu bekommen, und House schenkte mir Fröhlichkeit und Freiheit für den Geist. All dies zusammengenommen hat mir die Liebe zur endlosen Fortbildung und zum ständigen Ausprobieren gegeben, die für den Tanz so wichtig ist.

Well when I started to dance my city didn't have much options to chose from. First year I did only street jazz. I liked both styles (street and jazz) but since our school didn't have hip hop classes I started to take more jazz. I didn't really care much about what form of dance I did, to be honest. For me dance was a whole new (and the best) way to express myself and I really enjoyed whatever I did. After moving to another city to study art education I kept myself more to jazz and modern, but I started to get curious about other styles, too. So I started to take workshops and classes from

different Urban styles, which I really liked because of the contrast for what I was used to. Especially House took my heart and it became a very helpful tool for me to develop and understand deeper my jazz backround - even if this sounds funny. I was training a lot by myself and playing and mixing the styles I knew. In jazz I loved the feeling of flying, in modern I liked to get more connection with the floor and house brought the happiness and freedom for my spirit. Getting inspired from all these styles made me to love the endless learning process what the dance can offer. 
Nach unserem Verständnis entwickeln sich diese Stile nicht nur rasant, sondern auch ständig weiter. Kannst du uns die Unterschiede zwischen den einzelnen Spielarten erklären und uns verraten, wohin sie sich in nächster Zeit fortentwickeln werden?

As we understand these are all very fast changing and developing styles. Can you tell us the differences between these genres and where to they will emerge in the next future?

Uff, das ist keine einfache Frage, und ich weiß nicht, ob ich sie überhaupt beantworten kann. Eines läßt sich allerdings feststellen: Ich glaube, der Tanz entwickelt sich immer mehr zu einem persönlichen Stil, ganz gleich in welchem Genre. Deswegen verändern sich die Tanzrichtungen heute so unentwegt: Die Tänzer sind mutiger geworden und mischen bewußter Genres, um daraus etwas ganz Individuelles zu erschaffen. Das ist vermutlich auch der Grund dafür, warum wir ständig mit neuen Namen und Bezeichnungen konfrontiert werden: Lehrer oder Tanzschulen wollen sich von den anderen unterscheiden. Jazz-Tanz unterteilt sich bereits in Lyrical Jazz, Modern Jazz, Zeitgenössisch Jazz, Street Jazz, Funky Jazz und so weiter und so fort (diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit).

Ich stehe unter dem Eindruck, daß es nicht mehr möglich ist, im vornherein zu wissen, was einen bei einer Tanzart erwartet (erst recht dann nicht, wenn es sich dabei um eine Fusion aus zwei Formen handelt), und es kommt einem so vor, als käme es vor allem auf die Tagesform des Lehrers und seiner momentanen Vorlieben an. Deswegen finde ich es ja auch gut, daß der Lehrer sich vorher vorstellen und kurz umreißen kann, worum es in seinem Kurs geht.

Aber du wolltest ja auch etwas über die Unterschiede zwischen den einzelnen Genres wissen. Also, in aller Kürze: Der Jazz-Tanz hat scharf akzentuierte, gedehnte und technische Bewegungen und basiert auf dem Ballett. Beim Modern erkenne ich dagegen eher schwebende und fließende Bewegungen im Verein mit der Bodenarbeit. Und im House geht alles ganz anders zu. House entspringt den Urban Styles und ist ein sogenannter Freestyle, das heißt, er konzentriert sich darauf, Genres zu vermengen und schnelle Bewegungen und energiereiche Schritte zu entwickeln. Aber um das zu überprüfen, sollte man in den Kurs gehen und es selbst herausfinden.

This really is a tough one and for me impossible to answer, I fear. If I must say something, I think that dance is maybye becoming more personal in every style. What I mean is that nowadays dance styles are changing all the time because dancers are more brave and willing to mix styles together and create something their own. That is maybe the reason that there are constantly new names popping up in front of you, when dance schools or teachers want to stand out from the mass somehow. Already the name jazz dance contains names like lyrical jazz, modern jazz, contemporary jazz, street jazz, funky jazz etc. and I could continue this list forever. I feel that it isn‘t possible anymore to tell for sure, what to expect from any dance style (especially from the ones, which have two options together) because the hourly weight depends a lot on the teacher, his favours and dance backround. That's why it is good when every teacher is giving a small preview about themselves and for what their classes are concentrating on.

To say shortly something about the differences in styles is that Jazz has sharp, lengthening and technical movements based on ballet. Modern dance I see more breathing and flowing movements with getting more in  touch with the floor work. House is a totally different genre coming from Urban styles and is a freestyle form which concentrates on mixing styles and finding fast feets and high energy.

But the best way of course to find out is to try it out…

Dann erzähle uns doch bitte etwas mehr über deine Workshops. 
Please introduce us to your workshops at OSC.

Zu den schönsten Dingen im Tanz gehört es, etwas Neues hinzuzulernen und gemeinsam mit anderen gute Energie und das Zusammensein zu genießen. Es reicht vollkommen aus, unvoreingenommen und offen in meine Workshops zu gehen. Dann wird man den Kurs mit erfüllterem Herzen als zuvor verlassen. Es gibt nie zu viele Fragen, die man stellen kann, deshalb ermutige ich jeden, zu mir zu kommen, alles Mögliche auszuprobieren und mit uns anderen ein paar fröhliche Tanzstunden zu genießen.

One of the best things in dance is to learn new things, to share and enjoy the togetherness and good energy. In my courses it is enough to be open-minded. If you do you will leave from the class more full hearted than before coming. There are never too much questions to ask so I encourage everyone to come, to try and to enjoy a few happy dance hours together.

Wie sehen deine Pläne für die nächste Zukunft aus? 
What are your plans for the next future?

Mich mit offenem Geist und Herzen vom Fluß weitertragen lassen, und alles zu genießen, was die Zukunft für mich bereithält.

To go with the flow, with an open mind and heart, and to enjoy whatever the future holds.

Anmeldungen und weitere Infos hier: http://www.manis-tanz.de/
oder auf Manis' facebook Seite
Emma Valtonen bei facebook ...
Mittwoch, 05. Juli 2017

Das „Oriental Summer Camp“ hat immer schon einen seiner Schwerpunkte darauf gelegt, den Orientalischen Tanz und den Tribal mit anderen Stilrichtungen und Tanz-Genres zusammenzubringen. Bounracksa Phomkhoumphon, genannt „Bouni“, ist in Deutschland geboren, seine Eltern stammen hingegen aus Laos. Er will uns die Urban Styles näherbringen, und darunter befindet sich auch eine so geheimnisvolle Sache wie „Lyrical Soul“ …

„NUR DAS GEFÜHL IST HALT ANDERS.“
Interview mit Bouni
von Marcel Bieger

Erzähl uns bitte etwas über Deine Herkunft und Deine tänzerische Ausbildung. Wolltest Du immer schon Tänzer werden, oder hast Du auch noch einen anderen Beruf erlernt?

Meine Wurzeln sind laotisch, bzw. meine Eltern stammen aus Laos. Ich bin hier in Deutschland geboren. Ich tanze schon seit dem Kindesalter. Tanzen war erst einmal nur ein großes Hobby von mir. Als Jugendlicher habe ich viele Kurse im

Tanzhaus NRW besucht, mit Freunden trainiert und an Workshops von verschiedenen Tänzern aus aller Welt teilgenommen. Ich wollte damals was ganz anderes machen, und dann habe ich zufällig (durch Freunden empfohlen) eine Ausbildung als staatlich geprüfter Gymnastiklehrer mit dem Schwerpunkt Tanz und Fitness und Rehabilitation und Prävention gemacht. Während der Ausbildung habe ich angefangen, Kurse und Workshops zu geben, sowie als Künstler/Tänzer bei Shows aufzutreten und in verschiedenen Theaterstücken, Showproduktionen etc. mitgewirkt. Seit 2012 (Ende meiner Ausbildung) bin ich selbständig und weite meine choreografischen und künstlerischen Aktivitäten mehr aus. Also als Tänzer zu arbeiten war nicht immer mein Plan, doch es hat sich so entwickelt, und nun ist das meine aktuelle Berufung und ich bin froh und glücklich darüber, so arbeiten zu können und mein Leben zu finanzieren.

Auf der Tanzhaus-Seite erfahren wir, daß Dein Schwerpunkt auf Hip Hop liegt und Du damit schon eine Menge Preise gewonnen hast. Und daß Du gern Hip Hop mit verschiedenen Urban Styles mischst.

Wenn wir es recht verstehen, gehören die Urban Styles zu den neuen Tänzen, die sich am raschesten weiter- und in immer neue Richtungen entwickeln. Kannst Du uns Ignoranten einen ungefähren Überblick geben?

Mein Schwerpunkt liegt generell auf den Urban Tanzstilen, wie: Hip Hop Freestyle, Funkstyle (Locking & Popping), Breakdance, House u.v.m. Ich sage nicht, daß sich diese Stile am raschesten entwickeln, aber in der Urban Tanzszene entwickeln sich diese Tanzstile durch gegenseitigen Einfluß der Urban Genres und Einflüssen anderer Tanzstile wie Zeitgenössisch etc. immer weiter. Die Musik spielt da auch eine große Rolle. Dadurch daß die heutige Musik sehr elektronisch veranlagt ist, entwickeln oder passen dementsprechend auch viele Tänzerinnen und Tänzer ihre Stile/Bewegungen daran an.

Im Orientalischen Tanz wie im Tribal stehen seit einigen Jahren Fusionen mit anderen Genres hoch im Kurs. Warum sollten Bauchtänzer sich unbedingt mit Urban Styles vertraut machen, um mit ihren Fusionen ein Wörtchen mitreden zu können?

Die Musik ist erstens anders. Im orientalischen sowie im Urban Bereich gibt es Ähnlichkeiten, z.B. Isolationen. Nur daß das Gefühl halt anders ist. Es ist nie verkehrt, andere Stile kennenzulernen bzw. offen für andere Tänze zu sein. Zumal solche Fusionen immer interessant sind und der tänzerische Horizont so auch vielleicht erweitert wird.
Beschreib uns bitte genauer, was du in Deinen Workshops machen willst, von den Urban Styles bis hin zum Lyrical Soul, unter dem wir uns noch nichts so richtig vorstellen können.

Urban Fusion ist eine Verbindung und Mischung aller Urban Tanzstile. Einflüsse und Grundlagen aus all diesen Stilrichtungen werden kennengelernt, kombiniert und neue Schritte kreiert.

Man lernt verschiedene Grooves, Techniken und Musiken kennen. Popping und Locking werden eine wichtige Rolle spielen und die Basis bilden.

Lyrical Soul ist eine Mischung aus HipHop, Zeitgenössischem Tanz, Jazz und Modern Elementen, wo das Gefühl der Musik (nicht nur der Text, sondern auch der Beat, sowie die Melodien der Songs) auf die Bewegungen übergehen. Getanzt wird auf RnB Musik und Balladen.

Viele Grüße, Bouni
Anmeldungen und weitere Infos hier:
http://www.manis-tanz.de/
oder auf Manis' facebook Seite
Bouni bei facebook ...

Montag, 10. Juli 2017

Das „Oriental Summer Camp“ hat immer schon einen seiner Schwerpunkte darauf gelegt, den Orientalischen Tanz und den Tribal mit anderen Stilrichtungen und Tanz-Genres zusammenzubingen. – Carlo Melis ist einer der bedeutenden Tänzer, die sich hauptsächlich mit Modern, Jazz-Tanz und Zeitgenössisch befassen, aber auch etwas vom Orientalischen Tanz verstehen. Warum es sich besonders lohnt, als OT- oder Tribal-Tänzerin in seine Workshops zu gehen, liegt nicht nur daran, daß er ein ebenso charmanter wie hochgebildeter Mann ist. Sondern, aber lest selbst …

„MEINEN STIL HABE ICH UNTER EINFUSS VON NEUEN TENDENZEN IMMER WEITER INTWICKELT" 

Interview mit Carlo Melis

von Marcel Bieger

Stell dich uns bitte vor.

Ich komme aus Sardinien, bin also Italiener, aber in erste Linie bin ich "Sarde"; wir sind sehr stolz auf unsere eigene Kultur und unsere eigene Sprache, die kein italienischer Dialekt ist
(deutsche Sprachwissenschaftler sind seit mindestens 2 Jahrhunderten die wichtigsten Experten für unsere Sprache!).

Als Junge habe ich begeistert Tanz-Clubs, Discos, Tanz- Parties und dergleichen besucht und habe insbesondere die schwarze Musik geliebt (Blues, Rythm 'n‘ Blues, Funk usw.). Ich konnte mich instinktiv sehr gut auf die Tänze einlassen, aber damals habe ich noch nicht gedacht, daß Tanz einmal mein Beruf werden könnte. Als erste Ausbildung habe ich Bautechniker gelernt und sofort danach an der Uni angefangen, Architektur zu studieren. Parallel dazu habe ich auch eine Theater-Ausbildung abgeschlossen (sogenanntes Körpertheater oder Aktions-Theater, u.a. mit dem Living Theater von Julian Beck und Judith Malina in Rom, J. Grotowskij, Augusto Boal, dem Odin Theater u.a.).

Tanz kam etwas später hinzu, als Ergänzung meiner Theater-Ausbildung und als Verfeinerung meiner Körper-Sprache. Aber nach meinem ersten Workshop bei Bob Curtis (ehemaliger Tänzer bei Katherine Dunham, also Afro-Zeitgenössisch, lebte einige Jahre in Italien), war ich buchstäblich hin und weg, total begeistert, und habe mich gefragt, warum nie zuvor jemand daran gedacht hatte, eine Tanzausbildung zu absolvieren.

Auf jeden Fall nach dieser ersten Begegnung mit dem Tanz habe ich nie mehr aufgehört, Tanz zu studieren, und das in alle möglichen Richtungen: Graham Technik, Limon Technik, Cunningham Technik und natürlich auch Ballett. Alles Geld, das ich als Bautechniker verdient habe, wurde sofort in die Tanzausbildung investiert; ich war in Paris, in Rom und in den USA bei den besten Tanz-Pädagogen und Choreografen, die ich erreichen konnte (u.a. Bei Peter Goss und Carolin Carlson für Modern, Matt Mattox und Luigi für Jazz).

Als ich mein erstes Engagement als Tänzer, Tanz-Pädagoge und Choreograf bekommen habe (u.a. bei italienischen Fernsehen-Sendern), habe ich mich von meinem Beruf als Bautechniker und von meinem Architektur-Studium endgültig verabschiedet und 100 % meiner Tanz-Leidenschaft gewidmet. 1982 kam auf Sardinien die erste professionelle Tanzausbildung auf, eine Kooperation zwischen der Region Sardinien und der EU; ich gehörte also zur ersten Generation von professionellen Tänzern, Choreografen und Tanz-Pädagogen, die auf Sardinien ausgebildet worden sind. 1985 habe ich ein Stipendium erhalten, das es mir ermöglicht hat, eine weitere Tanzausbildung an der Folkwang-Hochschule unter der Leitung von Pina Bausch zu beginnen und bis 1989 abzuschließen.

Danach bin ich in Deutschland geblieben und habe im deutschen Fernsehen und an verschiedenen Stadt-Theatern und bei freien Kompanien gearbeitet, sowohl als Tänzer als auch als Tanzpädagoge und Choreograf (seit 1989 auch in Tanzhaus NRW), u.a. auch in Holland an der Tanzakademie in Arnheim (ARTEZ)
Modern, Jazz-Tanz und Zeitgenössisch unterscheiden sich sehr voneinander und haben doch dieselben Wurzeln. Kannst du uns kurz skizzieren, wo die Unterschiede und wo die Gemeinsamkeiten liegen?

Jazz-Tanz ist schon vom Ursprung her die Verschmelzung verschiedener Kulturen: der afrikanischen, der europäischen, der nord- und südamerikanischen sowie die orientalischen. Jeder Jazz-Tanz-Dozent hat seine eigene Synthese oder Interpretation dafür. Mein Stil, den ich unter Einfluß von neuen Tendenzen immer weiter entwickelt habe, verbindet Elemente von Ballett, afrikanischem Tanz, Modern und Zeitgenössischem Tanz. Jazz-Tanz ist seit seinem Ursprung sehr populär gewesen, (aber jetzt hat der Hip-Hop eher an Popularität gewonnen), und einer von seinen wichtigeren Aspekten ist seine Fähigkeit, immer neue Tendenzen auch von andere Tanzrichtungen zu absorbieren und zu integrieren.

Die verschiedenen Modern-Techniken sind ursprünglich als Antwort an das klassische Ballett entstanden, aber am Anfang waren sie, genau wie die Ballett-Techniken, ebenso geschlossen und kodifiziert gewesen und in diesem Sinne kaum revolutionär, sondern eher eine geschlossene Antwort auf das, was Tanz ist ...

Zeitgenössisch ist für mich eine offene Frage an uns, an unsere Körper, an unseren Geist, an unsere Gesellschaft - und eine endgültige Antwort an diesen Fragen gibt es glücklicherweise nicht; man kann alle möglichen Strategien benutzen, um Zeitgenössisch zu tanzen, sogar mit klassischem Vokabular.

Mein kreativer Ausgangspunkt sind die in alltäglichen Gesten und Situationen verborgenen Potentiale. Ich arbeite dabei jenseits von vorgegebenen Bewegungs-Codes; ich brauche keine vorgegebenen Tanzvokabulare, es gibt schon so vielen Bewegungsmöglichkeiten im alltäglichen Leben! 

In meinem Unterricht wird also kein kodifiziertes "Tanzvokabular" unterrichtet, sondern eine Bewegungsstrategie entwickelt, in welcher alltägliche Gesten in poetische Bewegungen verwandelt werden.

Du bist einer der großen Namen in Modern, Jazz-Tanz und Zeitgenössisch, was hat dich dazu bewogen als Dozent Kurse bei einer Sommer-Akademie zu geben, die zwar nach allen Seiten offen ist, aber doch eigentlich aus dem Orientalischen Tanz kommt?

Jetzt nicht übertreiben! Ich bin sicher bekannt, aber nur, weil ich schon lange in diesem Beruf bin, und ich habe kein bißchen meiner Leidenschaft verloren.

Ich bin ein sehr neugieriger Mensch, und Manis ist eine sehr langjährige Freundin und geschätzte Kollegin von mir, die in den vergangenen Jahren auch meine Klasse besucht hat, weil sie ebenfalls ein neugieriger Mensch ist.

Orientalischen Tanz, den ich teilweise als ethnischen Tanz bezeichnen möchte, hat - genau wie Jazz-Tanz - Verbindung mit verschiedenen Kulturen, und so freue ich mich auf eine sehr interessante und fruchtbare Begegnung.
Warum sollten OT- und Tribal-Tänzer sich unbedingt mit Modern, Jazz-Tanz und Zeitgenössisch auseinandersetzen?

Dass ist eine sehr spannende Frage, aber eine Teil der Antwort steht schon in dem, was ich bereits geschrieben habe; der andere Teil findet sich in der sozialen Funktion des Tanzes selbst: Tanz ist Kommunikation, Tanz ist Austausch, Tanz ist Erfahren. Wie in dem ethnischen Orientalischen und Tribal Tanz sind Wurzeln der Vergangenheit enthalten. Darüber hinaus sind Modern, Zeitgenössisch und Jazz-Tanz offene Fenster in die Zukunft, deswegen ist die Verbindung dieser Genres auch so wichtig.

Manis erzählt voller Stolz, daß du ihr Jazz-Tanz- und Modern-Lehrer gewesen bist, kannst du dich vielleicht an eine amüsante Begebenheit mit der Schülerin Manis erinnern?

Ich erzähle auch voller Stolz, daß eine so kompetente Kollegin meinen Unterricht besucht hat. Ich erinnere mich an Manis als eine sehr feinfühlige und sinnliche Tänzerin; aber besser als sich an die Vergangenheit zu erinnern, ist es den Blick auf das zu richten, was noch kommt. Deshalb ich bin gespannt auf unsere neuen Begebenheiten in Gegenwart und Zukunft.

Vielen Dank für dieses Interview!
Anmeldungen und weitere Infos hier:
http://www.manis-tanz.de/
oder auf Manis' facebook Seite
Homepage:
https://www.carlomelis.de/
Carlo Melis bei facebook ...

Mittwoch, 12. Juli 2017

Das „Oriental Summer Camp“ hat immer schon einen seiner Schwerpunkte darauf gelegt, den Orientalischen Tanz und den Tribal mit anderen Stilrichtungen und Tanz-Genres zusammenzubringen.- Juhana Bowé ist Deutsche, hat sich aber in eine Herzens-Hawaiianerin verwandelt. Ihr enormes Fachwissen, nicht nur über Land und Leute, sondern vor allem über den traditionellen hawaiianischen Tanz, will sie in ihren Workshops vor den staunenden Teilnehmerinnen ausbreiten, und das bekommt man nun wirklich nicht alle Tage geboten.

Vorbemerkung: Juhana kennt nicht nur die Tanzbegriffe, sondern auch viele Worte aus der Sprache der Eingeborenen Hawaiis (vor allem, wie die geschrieben werden). Wir sind übereingekommen, daß Juhana in ihren Antworten die ursprünglichen Begriffe verwendet, während wir in unseren Fragen bei der deutschen Schreibweise bleiben (ein Schutz für uns, nicht völlig die Orientierung zu verlieren).

HAWAI'IAN HULA - TANZ, PHILOSOPHIE, LEBENSEINSTELLUNG
Interview mit Juhana Bowé
von Marcel Bieger

Stelle dich uns bitte vor.

Mein Name ist Juhana Bowé, bürgerlich Jutta Bodewein, und schon mit 13 setzte ich erste zaghafte Schritte aufs Tanzparkett. Später durfte ich auf eine klassische Turniertanz-Karriere mit Erreichen der höchsten Deutschen Sportklasse sowie dem Formationstanzsport mit Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften zurückblicken.

Nach Berufsweg und Kindersegen suchte ich eine Möglichkeit, mich alleine auszutoben. Ich lernte den Orientalischen Tanz mit seiner Vielfältigkeit kennen und legte schnell meinen Schwerpunkt auf die weichen Rhythmen Raks Sharki, Bollywood und Tanz mit Accessoires (Isis-Flügel, Feder- und Schleierfächer, Schleier, Poi-Voi …)

Schließlich entdeckte ich den (und verliebte mich in ihn) den hawaiianischen „Hula“. Nach Jahren der Studien im In-, Ausland und selbstverständlich auf Hawai‘i, erweiterte ich durch namhafte hawai’ianische Kumu’s (Lehrer) mein Wissen. Seit 2012 bin ich selbst Dozentin u.a. an der VHS-Düsseldorf, in Seniorentreffs, zahlreichen Tanzfestivals und auf Kulturfesten. Eine Herzensangelegenheit ist mir das Unterrichten von Senioren. Mit den „GoldenHulaGirls“ tanze ich seit 2012 auf den großen Bühnen, möchte ich mit Anmut und Eleganz das Publikum begeistern. Und so zeigen, daß gerade die ältere Generation sehr agil und ästhetisch ist, mit Spaß und absoluter Überzeugung sich auch noch in teils hohem Alter (meine älteste Schülerin ist 90!) durchaus erstmals auf die Bühne wagen kann. Denn Hula trainiert in erster Linie die Koordinations-Fähigkeit und hält somit Körper und Geist gleichermaßen fit.
Relativ spät hast du zum hawaiianischen Hula gefunden, was hat dich an ihm angesprochen, warum bist du nicht mehr von ihm losgekommen.

In Kalehua habe ich erste Geschichten erzählen hören und tanzen sehen und genau das hat mich fasziniert. Wie man mit der Sprache der Hände diese Geschichten deuten kann, d.h. wenn eine Hula-Tänzerin, egal wo auf der Welt tanzt - selbst wenn du die Sprache nicht verstehst – erkennt man aber durch die Handbewegungen so ungefähr, worum es geht. Es werden Mythen, Legenden, Natur, Lebensweisheiten und vieles mehr des wunderschönen Hawai’i meist mit den Händen beschrieben und erzählt, unterstützt durch Tanzschritte, begleitet durch die Trommel oder die Ukulele.

Im Laufe meiner Studien lernte ich dazu tiefe Liebe, Respekt, Demut und Toleranz gegenüber den Mitmenschen und respektvollen Umgang mit der Natur - das ist die Philosophie der Hawaiianer - das ist der Aloha-Spirit.

Die US-Tänzerinnen ordnen den Hula, neben anderen, unter den Oberbegriff "polynesischer Tanz" ein. Würdest du das auch tun, und welche Hula-Arten unterscheidet man vom "hawaiianischen Hula"?

Selbstverständlich zähle ich den Hula (den Tanz der Hawai’ianer) auch zu den polynesischen Tänzen, denn die Hawai’i- Inseln bilden den nördlichen Punkt im Polynesischen Dreieck. Der hawai‘ianische Hula selbst wird in zwei Hauptkategorien eingeteilt, dem „traditionell“ erdigen Kahiko und dem "modern" weichen ‘Auana.

Der Kahiko wird tief in den Knien mit dem gesamten Körper getanzt und hat klare, scharfe und lebhafte Bewegungen, wobei die Hände wirklich eine Geschichte - meistens Sagen, Mythen und Legenden oder aus der Natur - erzählen und zusammen mit Gesängen und Kaheas dargeboten werden. Kahiko kann langsam oder schnell sein (aber niemals so schnell wie Ote`a -Tahiti) Ote`a zeichnet sich durch schnelle Trommelschläge, die schnell bewegten Hüften der Frauen und die Aggressivität der Männer aus.

Auch gibt es große Unterschiede in der Kleidung: Im Kahiko Hula tragen weibliche Tänzer pa`u Top und pa`u Rock mit Lei um Kopf und Hals, Handgelenke und Knöchel.

Im Ote`a (aus Tahiti!) tragen weibliche Tänzer Raffia-Röcke, Kokosnuss-BHs und Kopfschmuck (typisches Hawai’i-Klischee!)

Der `Auana ist weicher und anmutiger im Vergleich zum Kahiko, im Vergleich zum Aparima (den langsamen Tänzen von Tahiti) und Ahupuroto (von Ahuroa) schwingen die Hüften im Hula wesentlich mehr, besinnlicher und erzählen auch hier Geschichten über Liebe, Natur und Lebensweisheiten.

Die Kostüme im `Auana variieren je nach Tanz und den Anforderungen des Kumu (Lehrers). Oft haben die Damen ein Mu`umu`u an (langes Kleid, welches an ein Nachthemd um die vorletzte Jahrhundertwende erinnert) oder ein modernes langes Kleid. Männer tragen Hose und Hawai’i-Hemd.

Aparima Tänzer tragen Pareo (Sarong), Kopfbedeckungen und Blumenschmuck.

Ahupuroto, ist sehr ähnlich dem `Auana und aparima, jedoch tragen Tänzer ein Kleid, das als ahupuroto bekannt ist (das sieht ähnlich wie ein mu`umu`u aus). Ahupuroto Tänzer tragen Kopfschmuck.
Du hast, vor dem Hula, Orientalischen Tanz gelernt und getanzt. Damit bist du ja wie kaum eine andere prädestiniert, in Manis' Sommer-Akademie OT- und Tribal-Tänzerinnen den Hula nahezubringen. Wie willst du das anstellen?

Tja, das ist gar nicht so einfach. Ich weiß, es ist schwierig zu verstehen, aber wenn man den Hula tanzt, muß „die OT-Tänzerin“ absolut runterschrauben, lernen ohne Schnörkel und zu viele Hand- und Fingerbewegungen zu tanzen. Klare Linien, Winkel und Formen wieder lernen. Und genau diese Klarheit besticht und ist so schwer. Natürlich geht es auch darum, die Choreografien zu lernen und die Geschichten in die Handgesten umzusetzen, die Füße und Schrittkombinationen auch
noch als koordinative Herausforderung zu betrachten. Genau wie beim OT ist auch beim Hula der Ausdruck wichtig.

Aber Hula ist viel mehr: Wenn man in meinen Kursen oder Workshops interessante Geschichten hört, wird man neugierig darauf, was dahintersteckt, erlebt ihr Eindrücke von den Inseln, wird Neugierde auf weitere spannende, traurige oder faszinierende Geschichten geweckt und möchte man immer mehr erfahren. Ich möchte auf dieses Inselparadies als geschichtsträchtigen Ort hinweisen und nicht nur das „Paradies“ betrachten und auf jeden Fall dem Klischee von Hawai’i (Kokosnussschalen-BH und Baströckchen) entgegenwirken. Wichtig ist mir aber auch die Vermittlung des Aloha-Geistes: Optimismus, Gelassenheit, Wertschätzung in Verbindung mit fundiertem historischem, naturbezogenem und kulturellem Hintergrund.
Anmeldungen und weitere Infos hier:
http://www.manis-tanz.de/
oder auf Manis' facebook Seite
Homepage:
Jutta Bodewein/Juhana Bowé
www.hula-duesseldorf.de
Juhana bei facebook ...
Probiert es aus, ich würde mich freuen, euch zu sehen. Alooooooha, Eure Juhana, und "Me ke Aloha pumehana (Alles Liebe)"

Freitag, 14. Juli 2017

Das „Oriental Summer Camp“ hat immer schon einen seiner Schwerpunkte darauf gelegt, den Orientalischen Tanz und den Tribal mit anderen Stilrichtungen und Tanz-Genres zusammenzubingen. -

Wilhelmina „Willie“ Stark kommt aus Paris, einem Kraftzentrum für Hip Hop, Voguing, House und vieler weiterer Urban Styles. Sie ist eine der weiblichen Hip Hop-Lehrerinnen, die vor ein paar Jahren noch undenkbar waren, und sie hat es drauf, überzeugt euch selbst …

„NOCH HEUTE KLOPFT MEIN HERZ SCHNELLER, WENN ICH DIESE MUSIK HÖRE“
MY HEART BEATS FASTER, WHEN I HEAR THE MUSIC.“

Interview mit/with Wilhelmina „Willie“ Stark
von/by Marcel Bieger (auch Übersetzung/also translation)

Stell dich uns bitte vor. / Please introduce yourself to us.

Ich heiße Wilhelmina Stark, bin Berufs-Tänzerin, -Choreographin und Tanz-Lehrerin und bin in Paris geboren und aufgewachsen. In Frankreich habe ich auch mit meiner Tanzausbildung und -laufbahn begonnen. Vor ein paar Jahren bin ich nach Deutschland gezogen und habe hier den Tanz zu meinem Beruf gemacht.

Ich liebe alle Tanzarten, beziehe meine Inspirationen aus dem Stepptanz, aus Zeitgenössisch und B-Boying (der „echte“ Breakdance, mittlerweile Hip Hop), aber meine Liebe gehört dem House, Hip Hop und Afro.

I'm Wilhelmina Stark and am a dancer, choreographer, and coach. I was born and raised in Paris, grew up there, and started my dance education and career there.

I started to dance for a living when I moved to Germany a few years ago. I like all dances, take my inspiration from tap dance, contemporary, b-boying, but the ones I love are House dance, Hip Hop and Afro.

Wie bist du deinen Vorlieben (Hip Hop, House und Afro) begegnet, und warum bist du nicht mehr von ihnen losgekommen? / Your core themes are hip hop, house, and Afro fusion, how did you meet these styles and what made you stick to them?

Ach, eigentlich ist mir gar keine andere Wahl geblieben. Sie waren eines Tages da, und ich habe mich sofort in sie verliebt. Noch heute klopft mein Herz schneller, und ich bekomme Gänsehaut, wenn ich diese Musik höre und dazu tanze.
Well, it doesn't feel like it was a choice. I just fell in love with those styles. My heart beats faster and I still get goose bumps, when I hear the music or dance to it.
Lange Zeit wurden Hip Hop und insbesondere B-Boying als Tänze junger Männer angesehen. Was ist seitdem geschehen, wenn heute immer mehr junge und nicht mehr ganz so junge Frauen Hip Hop lernen und tanzen wollen? / Many years hip hop, especially b-boying, was seen as a male dance style, what happened that nowadays so many girls and women want to learn hip hop and dance it?

Ich glaube, die Welt hat sich einfach weitergedreht. Die Urban Styles sind nicht länger den Männern allein vorbehalten, denn die Menschen und die Vorstellungen haben sich geändert, die Frauen übrigens auch.

I think the world just evolved. Urban dance is a form of art that is not reserved to men anymore because people and mind sets have changed, but also women.

Wie können OT- und Tribal-Tänzerinnen Hip Hop, House und Afro Fusion für ihren Tanz verwenden (und was ist Afro Fusion eigentlich)? / How can belly dancers install hip hop, house, and Afro fusion into their dances?

Das Ziel meiner Workshops ist der gegenseitige Austausch, das miteinander Spaßhaben und das gemeinsame Lernen. Ich beginne meine Kurse in der

Regel mit einem Aufwärmen, das kann kleinere Übungen und einfache Schritte enthalten. Dann geht es an die Grundschritte, den Flow, den Style und die Musik. Ganz wichtig ist mir aber, daß die Teilnehmer eine gute Zeit bei mir haben und sich darüber freuen, etwas für ihren Tanz dazugelernt zu haben. Ach ja, Afro Fusion ist die Verknüpfung verschiedener afrikanischer Tänze mit House, Dance Hall und Afro House.

I usually start a class or workshop with a warm up session. It can be little exercises but also steps. The goal of those workshops is to exchange, have fun and learn. I really want the students to have a good time and enjoy themselves by experiencing some new dance knowledge. The procedure is: Basics, flow, style, and musicality By the way, since you asked for it: Afro Fusion is a mixture of styles with Afro dances like House, Dance hall, and Afro House.

Yours, Wilhelmina Willie Stark
Dancer & Choreographer / Paris/Düsseldorf

Anmeldungen und weitere Infos hier:
http://www.manis-tanz.de/
oder auf Manis' facebook Seite
Wilhelmina Willie Stark bei facebook ...

Montag, 17. Juli 2017

Das „Oriental Summer Camp“ hat immer schon einen seiner Schwerpunkte darauf gelegt, den Orientalischen Tanz und den Tribal mit anderen Stilrichtungen und Tanz-Genres zusammenzubingen. – Karanfilia ist in der Region Köln eine bekannte Tanzgröße. Sie zeigt auf der Bühne OT, Tribal und vor allem Bollywood. Damit ist sie wie kaum eine andere dazu geschaffen, OT- und Tribal-Tänzerinnen den Einstieg in und das Verständnis für Bollywood zu vermitteln. Traut euch!

„DIESER TANZ LEBT VOM AUSDRUCK.“
Interview mit Karanfilia
von Marcel Bieger

Stell dich bitte vor.

Im "normalen Leben" heiße ich Liza Langer und komme aus dem schönen Sauerland. Auf der Bühne kennt man mich unter meinem Künstlernamen "Karanfilia". Als Halbgriechin ist meine Herkunft vielleicht auch der Grund dafür, warum ich fremden Kulturen immer schon sehr aufgeschlossen und interessiert gegenübergestanden habe.
Durch einen Sportkurs an der Universität Siegen kam ich während des Studiums zum ersten Mal mit dem orientalischen Tanz in Berührung. Schnell habe ich begonnen, über die Universität hinaus nach Trainingsmöglichkeiten zu suchen, um mich weiterzuentwickeln und meine Kenntnisse zu vertiefen. So habe ich meinen Trainingsschwerpunkt bald nach Köln verlagert. Bei Shahrazad kam ich neben dem orientalischen Tanz auch mit Derwisch, bzw. Dreh-/Trance-Tanz und schließlich auch dem indischen Tanz in Berührung, welcher mich besonders faszinierte. Seit damals habe ich noch einige andere Stile getanzt, wie Tribal und orientalische Folklore, sowie klassisch indischen Tanz.

Heute befasse ich mich hauptsächlich neben dem orientalischen Tanz und Tribal Fusion mit dem Bollywood Tanz. Ich trainiere 3 bis 5 Mal die Woche, in Köln, St. Augustin und Leverkusen. Hinzu kommen jedes Jahr diverse Workshops, die ich besuche. So kann ich meine Kenntnisse stetig erweitern und neue Einflüsse kennenlernen. Da ich noch nicht ganz vom Tanz lebe, habe ich nebenbei noch einen ganz normalen 40-Stunden-Job im Bereich Vertrieb.
Du unterrichtest beim OSC Bollywood. Wie lange betreibst Du Bollywood schon, und warum gehört ihm deine ganze Liebe?

Zum ersten Mal bin ich mit dem indischem Tanz ca. 2009 über Shahrazad in Köln in Berührung gekommen. Man muß Bollywood-Tanz mit ganzem Herzen tanzen, denn besonders der Ausdruck (Abhinaya) ist dabei sehr wichtig.
Man sollte mit der Rolle verschmelzen. Für mich war das früher ein großes Thema. Damals ist es mir häufig schwergefallen, aus mir herauszukommen. Mir hat dieser Stil sehr geholfen, meine Angst, mich im Tanz und auf der Bühne auszudrücken, zu überwinden.  Daher hat mir dieser Tanz viel gegeben. Man erzählt mit Bollywood-Tanz eine Geschichte und verbindet so Tanz und Schauspiel.

Was macht die besondere Faszination des Bollywood aus, und warum sollten sich auch OT- und Tribal-Tänzer einmal (oder öfter) mit ihm auseinandersetzen?

Bollywood ist unter den verschiedenen Tanzstilen besonders faszinierend weil er so viele Elemente aus klassisch indischen und modernen Tanzstilen kombiniert, wie es zum Beispiel auch der Tribal Fusion tut. Besonders Techniken aus klassisch indischen Stilen fördern durch anspruchsvolle Rhythmen, sowie Kombinationen aus Schrittfolgen und Gesten sehr stark die Koordinationsfähigkeit. Um meine Antwort aus Frage 2 aufzugreifen, ich kann Bollywood-Tanz nur jedem empfehlen, der Angst hat, seinen Ausdruck zu entfalten.

All diese Punkte sind meiner Meinung nach ebenfalls wichtig für orientalische Tänzerinnen und Tribal Fusion Tänzerinnen. Daher lohnt es sich auch für Tänzerinnen dieser Tanzstile, sich mit dem Bollywood Tanz zu beschäftigen. Abgesehen davon versprüht Bollywood Tanz einfach Lebensfreude und ist pure Energie!
Beschreibe uns bitte deine Kurse beim OSC.

Nun zu meinen Workshops: Ich möchte damit beginnen, dass ich Manis sehr dankbar bin und mich sehr geehrt fühle, als Dozentin zum diesjährigen Oriental Summer Camp eingeladen worden zu sein! Viele Jahre habe ich dort - und vorher auch bei der Orientale - selbst die Workshops besucht, daher ist das für mich etwas ganz Besonderes.

Der erste WS “The Essence of Bollywood” richtet sich an Tänzer(innen) mit keinen, oder nur wenig Vorkenntnissen bis Mittelstufe. Ich möchte den Teilnehmern die Gelegenheit bieten, selbst in die farbenprächtige Welt des Bollywood einzutauchen. Es werden ein paar erste Mudras (Handgesten) und Schritte erklärt. Gemeinsam lernen wir diese essenziellen Techniken und setzen sie zu ersten Schritt-Kombinationen zusammen. Darüber hinaus werde ich in einem kleinen Theorie-Teil etwas auf die Entstehung des Bollywood-Tanzes und die Einflüsse aus anderen Tanzstilen eingehen.

Im zweiten WS “Bollywood-Technik und -Kombinationen” werden die in WS I erlernten Techniken und Mudras aufgegriffen und durch weitere, etwas anspruchsvollere Gesten und Kombinationen ergänzt. Hinzu kommen weitere Bewegungen, Drehungen und Schritt-Kombinationen mit Einflüssen aus Stilen wie Kathak, Bharatanatyam oder orientalischem Tanz. In diesem WS möchte ich auch besonderes Augenmerk auf den Ausdruck im Bollywood Tanz legen. Ausdruck ist auch Technik. Im indischen Tanz ist Ausdruck (Abhinaya) von enormer Wichtigkeit und das möchte ich den Teilnehmern vermitteln. Dieser Tanz lebt vom Ausdruck. Er kommt aus dem Herzen, und doch gibt es viele kleine Techniken, ihn zum 'Ausdruck' zu bringen. Dieser Workshop baut auf WS I auf, kann jedoch auch einzeln gebucht werden und richtet sich an Tänzer(innen) mit Vorkenntnissen bis Mittelstufe. Die erlernten Choreographie-Bausteine sind eine Vorbereitung für meinen dritten WS.

Der dritte Workshop ist eine Bollywood-Choreographie zu einem bekannten Bollywood Stück. Hier werden die in WS II erlernten Bausteine und Techniken zu einer mitreißenden und gefühlvollen Choreographie mit viel Herz und Ausdruck zusammengesetzt. Die kleine Choreo ist Balsam für die Seele und ideal für eine Aufführung auf der nächsten Geburtstagsfeier oder Hochzeit. (Mehr kann ich leider noch nicht verraten ...)
Ich freue mich auf euch!

Anmeldungen und weitere Infos hier:
http://www.manis-tanz.de/
oder auf Manis' facebook Seite

Karanfilia bei facebook ...

Donnerstag, 20. Juli 2017
Das „Oriental Summer Camp“ hat immer schon einen seiner Schwerpunkte darauf gelegt, den Orientalischen Tanz und den Tribal mit anderen Stilrichtungen und Tanz-Genres zusammenzubringen. - Antonio Rodriguez kommt aus Brasilien, und hier in Deutschland ist der temperamentvolle Tänzer allen bekannt. Er ist sehr beliebt - sowohl auf der Bühne als auch als Workshop-Dozent fliegen ihm die Herzen zu! Lest hier, mit welchen Stilelementen er den Orientalischen Tanz gerne mischt, und was es in seinen Workshops Tolles zu lernen gibt.

SINNLICHKEIT, „FRECHHEIT“, ELEGANZ UND LATINOFEUER
Interview mit Antonio Rodriguez
von Marcel Bieger
Du stehst am OT-Himmel ganz oben, aber stell dich uns bitte dennoch kurz vor, für die wenigen Menschen, die dich noch nicht kennen.

Nein, ich bin vielleicht noch auf dem Weg nach oben! (grinst). Es ist richtig, daß ich in Deutschland und darüber hinaus durch das Tanzen bei so vielen Festivals von Nord bis Süd und von West bis Ost sehr bekannt geworden bin, aber ich bin sehr bodenständig geblieben und nach meinem Naturell sehr bescheiden. Bei mir steht die Tanzkunst im Vordergrund. Ich bin einfach der Antonio Rodriguez aus Brasilien und tanze jetzt schon seit 22 Jahren. Viele sagen über mich: „Der brasilianische langhaarige Bauchtänzer, der aussieht wie ein Indianer“.

In meiner langen Tanzkarriere habe ich schon so viele verschiedene Tanzstile getanzt, aber irgendwie hat der orientalische Tanz mein Herz berührt und für immer erobert. Der Tanz spielte in meinem Leben immer eine wichtige Rolle, er bedeutet mir sehr viel, denn ich habe dank ihm schon so vieles erreicht und er gibt mir Erfüllung und Zufriedenheit.

Daß ich heute in Deutschland lebe, habe ich dem Tanz zu verdanken.

Daß ich dieses Jahr bei Manis‘ Oriental Summer Camp im Tanzhaus NRW unterrichten darf, erfüllt mich mit Ehre - und meinen Respekt an Manis, daß sie das größte Oriental Summer Camp aller Zeiten auf die Beine gestellt hat. Ich kenne Manis seit 2012, noch zu Zeiten der ORIENTALE. Im Februar war ich bei der „Oriental Fusion Gala 2“, nahm anlässlich ihres Bühnenjubiläums an der 25. Reise der Karawane teil und bin immer wieder von ihr als Tänzerin, Choreografin und Organisatorin so begeistert, weil sie sich dem orientalischen Tanz mit so viel Leidenschaft und Herz widmet. Respekt und Anerkennung dafür! Manis ist ein Mensch, der das Herz am rechten Fleck hat. Da fällt mir ein brasilianisches Sprichwort ein: „Sempre coloque uma mulher lá nas grandes coisas fundamentais.“ -  „Es steckt immer eine Frau im Kern großer Dinge“.

Zurzeit bereite ich mich für die neue ab September wöchentlich stattfindende orientalische Dinner Show „Sahara“ im Madi Zelt der Sinne in Berlin vor, und man wird mich weiterhin auf nationalen und internationalen Galas und Shows (z. B. im August 2017 „Sultansfest Gärten der Welt“ IGA Berlin, und im Februar 2018 „Oriental Fusion Gala 3“, Düsseldorf,  März 2018 das „OTF 2018“ bei Artemis, Stuttgart, etc.) tanzen sehen.
Du verstehst dich wie kein zweiter darauf, brasilianische Musik- und Tanzelemente in den Orientalischen Tanz einfließen zu lassen, woher rührt die Vorliebe für solche Fusionen?

Die brasilianische Musik ist selber das Resultat von verschiedenen musikalischen Elementen mit afrikanischen, indianischen, europäischen Wurzeln und weiterer Völker, die in Brasilien in Laufe der Zeit angekommen sind.

Die brasilianische Musik entstand aus dieser Fusion, und auch die Brasilianer selbst stammen aus einer ethnischen Fusion. Daher meine Vorliebe für solche Mischungen im Tanz, die mit der orientalischen Musik zusammenpassen.

Nicht alles passt zusammen, aber die Perkussion und das Samba-Temperament harmonieren z.B. perfekt, siehe mein Samba-Trommelsolo (welches ich auch unterrichte).
Da du beides tanzt, ganz kurz gefragt: Warum lohnt es sich für einen OT- oder auch Tribal-Tänzer, sich auch mit dem Samba zu befassen?

Sinnlichkeit, „Frechheit“, Eleganz, volles Temperament, Latinofeuer, Freude und schnelle, präzise Hüftbewegung, all dies hat der Samba zu bieten, und genau dasselbe können wir sehr gut bei einem feurigen Trommelsolo verbinden.

Erzähle uns bitte, was du überhaupt in deinen Workshop vorhast, "Samba-Trommelsolo" hört sich ja zum Beispiel sehr spannend an, oder warum ist der Baladi einer deiner Schwerpunkte?

Samba und Trommelsolo: Zunächst werden die Schülerinnen die Grundschritt-Samba-Technik Bewegung und alle Tipps dieses Tanzes erlernen. Anschließend erlernen sie eine Choreografie (Musik: Samba on Mohammed Ali Street) mit vielen Samba Elementen, die perfekt zum Trommelsolo passt.

Baladi Kombinationen und Choreografie: moderne Baladi-Tanzsequenzen, schöne Posen, Bauchwellen-Technik, Hüftakzente und Eleganz, verbunden mit etwas Improvisation. Zum Schluss eine Baladi Choreografie (Musik: Ráassah Baladi) mit allem, was erlernt wurde.
Anmeldungen und weitere Infos hier:
http://www.manis-tanz.de/
oder auf Manis' facebook Seite
Antonio Rodriguez bei facebook ...

Samstag, 22. Juli 2017

Das „Oriental Summer Camp“ hat immer schon einen seiner Schwerpunkte darauf gelegt, den Orientalischen Tanz und den Tribal mit anderen Stilrichtungen und Tanz-Genres zusammenzubingen. –  Ivana Kisic ist zum ersten Mal dabei und gilt als kompetente Expertin für Modern Jazz. Sie kennt den Orientalischen Tanz zwar nur theoretisch, freut sich aber umso mehr auf die Teilnehmerinnen aus diesem Bereich. Ivana hat sich nicht an unser Fragengerüst gehalten, und das sehen wir ihr gern nach, denn sie kann so toll erzählen, daß Ein- und Beschränkungen durch Fragen nur gestört hätten.

"
ICH WILL TÄGLICH EIN KLEINES BISSCHEN ZUM FRIEDEN BEITRAGEN"
Interview mit Ivana Kisic
von Marcel Bieger
Ich heiße Ivana Kisic und ich bin als Kind kroatischer Gastarbeiter im Ruhrgebiet aufgewachsen. Meine schöne Kindheit und Jugend habe ich im kleinen Städtchen Marl erlebt und kam schon früh mit Kunst in Berührung. Ob im Kindergarten, in der Grund- oder der weiterführenden Schule, regelmäßige Besuche ins Theater, Ausflüge ins Skulpturenmuseum standen immer auf dem Stundenplan.

Fast wie selbstverständlich nahm ich während meiner gymnasialen Schullaufbahn an der Schuloper teil, und mit unseren Aufführungen reisten wir bis nach Israel. Zur selben Zeit habe ich mit dem klassischen Ballett begonnen und war fasziniert von der Eleganz und Disziplin, die diese hohe Tanzkunst erfordert.

Obwohl ich fast täglich trainierte und Theaterproben hatte, dachte ich nie daran, ans Theater zu gehen, ich hatte es ja auch ständig um mich herum. Tänzerin als Beruf? In meiner Vorstellung konnten das nur russische Tänzerinnen werden, die von kleinsten Kindesbeinen an täglich mehrere Stunden im Ballettsaal verbrachten. Für mich waren das Tanzen und das Theaterspielen ein Hobby, und das große Ziel nach dem Abitur hieß für mich Psychologiestudium.

Es kam aber alles anders. Im letzten Sommer vor meinem Schulabschluß erlebte ich in Kroatien einen militärischen Luftangriff (Balkankrieg 1991-95). Ein absolutes Schlüsselerlebnis und bis heute mein größter innerer Antrieb. Während meine Familie und ich im Keller hockten, schwor ich mir, wenn alles gut ginge und ich mein Leben weiterleben durfte, wollte ich täglich ein kleines bißchen zum Frieden beitragen. Und ich wollte tanzen.

Nach wochenlanger Recherche, man bedenke in den 90igern hat man sich nicht einfach seine Infos über das Smartphone geholt, fand ich die Akademie der Künste in Arnheim, an der ich mich bewarb und das Vortanzen bestand. Die folgenden vier Jahre waren die härtesten, aber auch das Beste, was mir passieren konnte!

Ich tauchte vollkommen in die Tanzwelt ein und erlernte Tanzstile, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Das Tanzstudium bildete mich tänzerisch und tanzpädagogisch im klassischen Ballett, Modern, Jazz-Tanz und in der Improvisation aus. Auch die Arbeit an Schulen war damals schon ein Schwerpunkt an der Akademie, sowie interdisziplinäre Projekte mit den anderen Künsten.

Während der Ausbildung erarbeitete ich die ersten Choreographien aus und initiierte eigene Auftritte. Deshalb hat mich der kreative und tanzpädagogische Aspekt irgendwann mehr angesprochen, da ich hier mein schöpferisches Potential ausleben konnte.

Meine heutige Arbeit sehe ich als Tanzschaffende, und besonders am Herzen liegt mir die Arbeit mit Kindern. In meinem Unterricht versuche ich Raum zu schaffen für Begegnungen mit anderen Kulturen, allgemeinen Werten und für die Geschichte und Herkunft, die hinter dem Tanz steht. Es gibt Momente im Unterricht, da schaue ich in die Runde und in die Gesichter meiner internationalen Schüler und freue mich über das kleine bißchen Frieden, das wir an diesen Tag geschaffen haben.

Orientalischer Tanz ist mir eher bekannt als Zuschauer im Theater oder im Fernsehen. Ich verbinde diese Tanzkultur mit Weiblichkeit, Exotik und Sinnlichkeit. Schon das klassische Ballett bediente sich im frühen letzten Jahrhundert der Geschichten aus dem Orient und der wunderschönen fremden Bauchtänzerinnen.

Noch letzte Woche lobte ich eine erwachsene Schülerin für ihre wunderschöne Kopf-und Armhaltung. Sie erzählte mir, daß sie seit Jahren orientalische Tänze tanzt. So schloss sich wieder der Kreis im Hinblick auf diesen Workshop.

Und darum geht es auch den Schülern zu zeigen, wo die Schnittstellen liegen, daß man sich gegenseitig sehr gut bereichern kann. Aber auch, was den musikalischen Aspekt betrifft, möchte ich mit den Teilnehmern erarbeiten, wie wir Modern-Jazz-Tänzer die Rhythmik und Dynamik aufgreifen und sie mit unserem Körper übersetzen.

In meinen weiteren Modern Jazz Workshops erwartet die Teilnehmer eine strukturiert aufgebaute Stunde mit Raum für Technik und Choreographie. Den Schwerpunkt möchte ich aber auf das Grundlagen-Training legen. Die Tänzer sollen ein Bewußtsein für die Bewegung bekommen, diese korrekt ausführen und die entsprechenden Fachbegriffe lernen.
Anmeldungen und weitere Infos hier:
http://www.manis-tanz.de/ oder auf Manis' facebook Seite
Ivana Kisic bei facebook ...