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DER NORDEN LÄSST SICH SEHEN

1. Kieler Tribal Café

von „Naja Haje“ (Ursel Meyer)

Fotos: Matthias Speth

Beim Lesen von Showberichten aus der orientalischen Tanzszene könnte ein aufmerksamer Leser leicht den Eindruck gewinnen, Deutschland wäre nördlich von Hannover nahezu unbewohnt, denn über den Norden wird so gut wie nie berichtet. Das 1. Kieler Tribal Café wurde nun von Tribal Bliss organisiert, einer sehr engagierten Tribal-Fusion-Formation aus Kiel,
die in unserem nördlichsten Bundesland Pionierinnen des Fusion sind. Ort des Geschehens war der Kieler Legienhof, ein sehr zentral gelegenes Lokal mit großem Saal.
Den Anfang der Show machten die Gastgeberinnen
Tribal Bliss mit einer schwungvollen Balkan Fusion Choreographie aus der Feder von Particia Zarnovican, die von ihnen mit einem augen-zwinkernden Sinn für Comedy getanzt wurde.
Weiter ging es mit Birte, einer bisher noch eher unbekannten Tribal-Fusion-Solistin aus Lübeck, mit einer selbstgestalteten Choreographie zu „The Lantern“ von Beats Antique.
Dritte im Bunde waren Trincess, eine Schleswiger Schülerinnengruppe von Malaika. Ihre von Malaika entwickelte Choreographie zu „Penumbras“ von Maduro enthielt sowohl typische Tribal- als auch Fusion-Elemente, und auch die anspruchsvolleren Bewegungselemente wurden Trincess sehr sauber umgesetzt.
Als nächstes folgte Zabina von der Lübecker Gruppe Tarana mit einem selbst choreographierten „Dark Burlesque“-Solo.
Birte
Tribal Bliss
Trincess
Zabina
Danach präsentierte Amaris, Zabinas Lehrerin und ebenfalls Mitglied der Gruppe Tarana, einen weitere Balkan-Fusion. Anfangs wirkte sie dabei noch etwas verhalten, doch nach einem gelungenen Layback am Boden wurde sie sichtlich gelöster.
Nach so viel Fusion kam dann zum ersten Mal an diesem Abend improvisierter Tribal. Oryx Saltare aus Lübeck präsentierten ihn als eher stilisierte Mischung verschiedener Ausgangsformate, die dem ursprünglichen ATS aber nur noch bedingt ähnelt.
Im Gegensatz zu vielen anderen jungen Tribalgruppen haben Oryx Saltare konsequent improvisiert und jedes Gruppenmitglied hat geführt
Amaris
Oryx Saltare
Den Abschluß des ersten Auftritts-blocks übernahm Tamira,die einigen Lesern von der Open Stage des NDTT in Hannover bekannt sein mag. Wirkte Tamiras Tanzstil früher teilweise noch eher zurück-haltend, so hat sie inzwischen um einiges zugelegt und tanzt nun kraftvoll und souverän.
Nach der ersten Pause betraten Tarana aus Lübeck erstmals an diesem Abend als ganze Gruppe die Tanzfläche vor der Bühne. Ihr abwechslungsreich gestalteter Tanz enthielt dabei sowohl typische Tribal- als auch Fusion-Elemente, so daß die Bezeichnung „TribalFusion“ wirklich vollauf berechtigt war – was heutzutage nicht unbedingt selbstverständlich ist.
Tamira
Tarana
Im zweiten Auftrittsblock betraten die Tänzerinnen von Tribal Bliss jeweils als Solistinnen die Bühne und gaben Einblicke in das breite Spektrum ihres Könnens.
Den Anfang machte Manu mit einem unter die Haut gehenden „Dark Fusion“-Stück über Krieg und Gewalt.
Im Gegensatz dazu Mahbanu, deren fröhlicher und schwungvoller Mittelalter-ITS einen deutlichen Kontrast zur vorangegangenen düsteren Fusion setzte. Ihre ausgiebige Auftrittserfahrung war den Tänzerinnen deutlich anzumerken.
Das nächste Tribal-Bliss-Solo wurde von Mara aufgeführt, ein ehrgeiziges, von ihr selbst choreographiertes „Asia Fantasy Fusion“-Stück, das sowohl Kampfsportelemente wie Schleierfächer enthielt.
Manu
Mahbanu
Mara
Bei Zorya wurde es wieder düster: Dieses „Dark Fusion“-Seitenprojekt dreier Tänzerinnen von Tarana aus Lübeck erinnerte am Anfang eher an Vintage, wandelte sich dann aber zu einem typischen dunklen Fusion-Stück zu Musik von Maduro.
Der dritte „Tribal Bliss“-
Soloauftritt bildete den Abschluß des zweiten Blocks.
Malaika tanzte einen Vintage-Fusion mit Federfächern, die dem Genre alle Ehre machte.
Zorya
Malaika
Zu Beginn des dritten Auftrittsblocks präsentierten Ardea Benu mit einem Medley
aus Bollywood, Flamenco-beinflußtem Tribal, lupenreinem ITS und einer witzigen Blues-Brothers-Parodie einen Querschnitt ihres Könnens. Leider mußten wenige Minuten hierfür ausreichen. - Danach betraten erneut
Tarana die Tanzfläche, und präsentierten eine weitere Fusion-Choreographie aus eigener Feder.
Akassana aus Kiel gelang jedoch zu „Nau Ashta“ von Beats Antique mit Leichtigkeit der Brücken-schlag zwischen diesen beiden Lagern.
Beim Tanz mit Feuer-Accessoires scheiden sich mitunter die Geister. Die einen lieben vor allem das Spiel mit den Flammen, die anderen vermissen vor lauter Feuerspielerei allzu leicht das tänzerische Element dabei.
Akassana
Ardea Benu
Auch Aura Magica könnten einigen Lesern von einem Norddeutschen Tribal-Treffen ein Begriff sein, denn ebenso wie Tamira traten sie dort bereits auf der Offenen Bühne auf. In Kiel präsentierten sie auf speziellen Wunsch der Veranstal-terinnen noch einmal ihr beliebtes Vampir-Stück und bescherten den Zuschauern einen kurzweiligen und teilweise augenzwinkernden Einblick in das nächtliche Treiben zweier Blutsauger.
Aura Magica
Danach betrat noch einmal Tamira die Bühne und versetzte das Publikum erneut mit virtuos eingesetzten, atemberaubenden Akzenten in Ekstase. Hier wurden die Klänge perfekt in Bewegung umgesetzt! - Den Abschluß des Abends bildeten Tribal Bliss mit einer knackigen Trommelchoreographie von Sharon Kihara.
Ein gelungener und abwechslungsreicher Abend, auch wenn die vorherrschende Kostümfarbe schwarz gewesen sein mag und die musikalischen Beiträge überwiegend von zwei Bands bzw. Interpreten beherrscht wurden. Eine Neuauflage für’s nächste Jahr ist bereits angekündigt, und wer sich dann zufällig im Norden aufhält, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen!
Hier geht es zur Homepage von
Tribal Bliss

www.tribalbliss.de

Und hier zur Homepage von
"Naja Haje" Ursel Meyer

www.naja-haje.de