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Photos © Josh Edwards, Manda Forshey, The Dancer's Eye, DC Dance Photography

Dawn Ruckert ist zu Gast beim
7. Black Forest Tribal Fest
in Wolfach (bei Offenburg)
20. - 22. Oktober 2017
https://tribal-festival.jimdo.com/

Hier geht es zu den Workshops ...
Dawn Ruckert ist eine der führenden Persönlichkeiten der internationalen ATS®-Bewegung. In diesem Jahr kommt sie bereits zum zweiten Mal zum Schwarzwald-Festival. Im folgenden Interview erzählt sie, wie sie zum ATS® gefunden hat und was es mit ihr und den Körben auf sich hat.
„SO VIEL SCHÖNES IN DIE WELT ZU TRAGEN“

Interview mit Dawn Ruckert

von Marcel Bieger (auch Übersetzung)

Auf deiner Seite liest man, daß du 1993 zum ersten Mal Tribal gesehen hast und sofort hingerissen warst. Hattest du vorher schon mit anderen Tanzstilen Erfahrungen gemacht, oder war das für dich wie eine Reise in eine ganz andere Welt?

In meiner Jugend war mir Tanz nicht besonders wichtig, und ich hätte nicht im Traum daran gedacht, Tänzerin zu werden. Es war tatsächlich der Tribal-Tanz 1993, der mir die Tür zu dieser Welt geöffnet hat. Alles daran – die Musik, die Bewegungen, die Kostüme und das Makeup – waren einfach unglaublich und haben meine Phantasie in gang gebracht. Ja, man kann sagen, dieses Erlebnis hat mein ganzes Leben verändert. Mir war ziemlich rasch klar, daß ich dabei sein wollte, so viel Schönes in die Welt zu tragen. Sobald ich eine entsprechende Tanzschule gefunden hatte, nahm ich Unterricht.

Kurz darauf bist du „mit der phantastischen Carolena Nericcio-Bohlman zusammengekommen, der Begründerin des American Tribal Style (ATS®).“ Erzähl uns doch bitte mehr über diese Begegnung und warum du danach nicht mehr vom ATS® losgekommen bist.

Meine Tanzlehrerinnen damals arbeiteten in den Zafira Dance Studios im pennsylvanischen Pittsburgh. Eines Tages kamen sie aus San Francisco zurück und haben einiges von dem an uns weitergegeben, was sie bei Carolena gelernt hatten. Außerdem brachten sie Lehr-Videos und Aufzeichnungen von Auftritten mit. Als ich die sah, wußte ich sofort, daß ATS® genau mein Ding war und ich das unbedingt lernen wollte! Die Stärke und Schönheit der energievollen Bewegungen, die süchtig machende Musik, die Kostüme, ein Gemisch aus traditionellen und modernen Kleidungsstücken aus der ganzen Welt … ATS® ermöglicht es uns, sich beim Tanz exotisch zu fühlen, und befördert gleichzeitig uns und das Publikum an andere Orte und in andere Zeiten.

Erkläre uns doch bitte mit deinen eigenen Worten, warum ATS® zu einer so riesigen Bewegung und Szene herangewachsen ist und sich über die ganze Welt verbreitet hat.

Na ja, dafür es gibt natürlich verschiedene Gründe, warum dieser Tanzstil so einzigartig ist. Ich glaube, der Erfolg und die besondere Anziehungskraft des ATS® beruhen auf seiner ganz eigenen Wesensart. Jeder einzelne Auftritt ist etwas Einmaliges. Mit demselben Tanz-Vokabular kann man bei jedem Tanz etwas völlig anderes erschaffen. ATS® zu sehen, nimmt einen gefangen, und jedes Mal, wenn man ihn selbst tanzt, erlebt man eine ganz neue Erfahrung. Und man kann mit jedem und jeder überall auf dem Erdball tanzen, so lange das Gegenüber nur die Sprache des ATS® kennt. Ob alt oder jung, ob groß oder klein ob dick oder dünn, alle sind beim ATS® willkommen. Dieser Stil hat es mir möglich gemacht, mit Menschen aus allen Teilen der Welt und aus allen Gesellschaftsschichten in Verbindung zu treten. Wir alle finden zusammen und erfreuen uns an unserem Tanz. Das macht den ATS® doch sehr anziehend. Ich glaube, das gefällt den Menschen daran. Auf jeden Fall war es bei mir so.

Könnte man sagen, daß du den Korb in den ATS® eingeführt hast? Und was hat dich auf die Idee dazu gebracht?

Ich würde mir diese Feder gern an den Hut stecken, aber leider gab es schon Körbe im ATS®, als ich noch gar nicht dabei war. Ich habe immer gern mit Körben getanzt. Ihnen wohnt eine ganz bestimmte Eleganz inne, als wenn wir auf einem Feld arbeiteten, irgendwann unsere Körbe aufnähmen und anfingen, damit zu tanzen. Was ich mir vielleicht als Verdienst anrechnen darf, ist, einen Dialekt entwickelt zu haben, der Körbe als etwas ganz Natürliches in den ATS®-Kanon aufnimmt. Damit die Körbe als etwas ganz Selbstverständliches zum ATS® gehören und die Schönheit seiner Ausstrahlung bereichern.

Du liebst nicht nur die Körbe, sondern bringst auch andere Accessoires wie Röcke, Töpfe, Säbel, Schleier und Fächer in den Tanz ein. Was treibt dich an, mit solchen Gegenständen zu experimentieren?

Ich bin immer schon gern mit Accessoires aufgetreten. Das macht nicht nur Spaß, sondern bringt auch noch mehr Vielfalt in unsere Darbietungen und bewegt uns dazu, immer wieder etwas Neues auszuprobieren. Unterschiedliches Zubehör läßt einen den Tanz in unterschiedlichen Arten erscheinen. In meinem Stamm, „Dayanisma“, erachten wir Präzision als sehr wichtig für einen Auftritt. Wenn man also jedes Mal anderes Zubehör benutzt, verlangt einem das immer wieder Neues ab, gibt uns aber auch sehr viel.

Du warst im letzten Jahr schon beim Schwarzwald-Festival …

Ja, ich komme in diesem Jahr zum zweiten Mal, um beim Oberrheinischen Tribal Festival zu unterrichten. Im letzten Jahr hießen meine Workshops „Fast Basket“ und „Creatin‘ an ATS® Set“. Ich bin mit meiner Gruppe und einigen Teilnehmern aus meinen Kursen aufgetreten. Das war ein großartiges Erlebnis! In diesem Jahr biete ich “Badass Baskets for Slow Improvisation” an - langsamer ATS® mit Korb-Bewegungen. Ich hoffe, alle Teilnehmer haben wieder viel Spaß und nehmen mit viel Freude das mit zu sich nach Hause, was sie bei mir gelernt haben.

Was werden wir von dir im Schwarzwald auf der Bühne sehen?

Ich freue mich schon darauf, langsamen Korbtanz mit zweien meiner Dayanisma-Stammesschwestern vorzutragen – mit Lisa Allred und Ming Jing Wu. Mit uns treten Teilnehmer aus meinem „Taking It Up a Notch“ Workshop auf. Mit den bunten Körben und den langsamen, hypnotisierenden ATS®-Bewegungen bekommt dieser Tanz auf den Bühne eine wunderschöne Dramatik.

Erzähl uns doch bitte etwas über Deine Workshops beim Festival.

Mein erster Workshop am Freitag heißt “Badass Baskets for Slow Improvisation.” Darin führe ich die Teilnehmer durch eine Reihe von langsamen Schritten aus dem ATS®-Vokabular und führe vor, wie man selbige mit einem Korb verknüpfen kann. Dabei kommen die grundlegenden, aber auch einige fortgeschrittenere Bewegungen zum Tragen.

Mein zweiter Workshop wird am Samstag abgehalten und heißt “Badass Baskets for Slow - Taking It Up a Notch.” Der wendet sich an diejenigen, die weitergehende Schritte für ihre Korb-Improvisationen suchen. Wir lernen dort auch Kombinationen und neue kreative Wege kennen, um den Korb in Drehungen und andere Bewegungen zu integrieren.

Diejenigen, die am zweiten Workshop teilnehmen, sind herzlich eingeladen, auf der Samstagabend-Gala mit mir und meinen Stammesschwestern aufzutreten. 

Dawn Ruckert 
Leiterin Dayanisma 
www.dawnruckertbellydance.com
https://www.facebook.com/nandana.ruckert
https://www.facebook.com/DayanismaTroupe