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Antonio Rodriguez ist ein ebenso phantastischer Tänzer wie charmanter Plauderer. Deshalb haben wir uns besonders gefreut, ihn nun schon zum zweiten Mal interviewen zu dürfen. Antonio ist schon einmal im Düsseldorfer "tanzhaus nrw" aufgetreten, hat dort Manis kennengelernt und freut sich auf die erneute Zusammenarbeit mit ihr.
"ES WAR DER BEGINN EINER GROSSEN REISE”
Interview mit
Antonio Rodriguez
von Marcel Bieger
Der Künstler hat seine Antworten auf die Interview-Fragen mit seiner Vita ergänzt, die wir im Anschluß an das Gespräch ebenfalls online stellen.
Wenn man über dich liest, fallen Begriffe wie "Best Bellyflutter", der "naturbelassene Latino aus Brasilien" oder "Er befördert den Bauchtanz in eine höhere Form der reinen Tanzkunst.“ - „The New Art of Bellydance“. Was davon trifft deine volle Zustimmung, wo würdest du Einschränkungen machen?

Wow, so viele starke Begriffe! Ich versuche immer, mein Bestes zu geben, und ich bin immer selbstkritisch. Manchmal bin ich sehr hart zu mir, was meine Art zu tanzen angeht. Aber ich glaube, wir sind in einem ständigen Lernprozeß und möchten uns weiterentwickeln. Aber solche Begriffe von meinem Publikum zu hören, zeigen mir, daß ich auf dem richtigen Weg bin. Der „naturbelassene Latino aus Brasilien“ und „The new art of Bellydance“ treffen mich voll und ganz. Der „Best Bellyflutter“ rührt natürlich daher, dass mir nachgesagt wird, ich könnte meinen Bauch am besten flattern lassen. Dieses setzt langes unermüdliches Training voraus und läßt sich nicht in einem Workshop einfach so erlernen.

Der Begriff: „The new art of bellydance“ entstand durch meine ständige Suche im orientalischen Tanz, diesen weiterzuentwickeln und mit mehr Eleganz, Schönheit und Energie (und ja auch mit Männlichkeit) auf der Bühne zu präsentieren. Wenn man sich heute den orientalischen Tanz anschaut, gibt es so viele Verbindungen mit anderen Tanzstilen. Wer hätte vor 25 oder 30 Jahren gedacht, daß man Flamenco oder Samba miteinander verbinden kann? Das sind Weiterentwicklungen, die mich positiv in die Zukunft schauen lassen.

Die höhere Form der reinen Tanzkunst ist eine Herzensangelegenheit von mir. Hier muß ich ein Zitat von Heinrich Moritz Chalybäus, Deutscher Philosoph und Schriftsteller anführen: „An sich ist der Tanz der unmittelbare Ausdruck des erhöhten Lebensgefühls in der anmutigen Bewegung des Leibes, welche die Grazie ist. Genau darum geht es mir. Ich möchte im Orientalischen Tanz eine reine saubere Tanzkunst vermitteln, um ihn, in den verschiedenen Tanzkünsten, mehr in den Vordergrund zu stellen bzw. zu bekommen. Es ist nicht leicht, aber ich glaube daran. Deshalb gibt es bei mir keine Einschränkungen. Ich mag sie nicht. Wenn man Zwänge oder Einschränkungen hat, kann man sich nicht entfalten, man wirkt gehemmt und gerade im Tanz sollte man seine Seele sprechen lassen.  

Wie hast du überhaupt zum Tanz gefunden, bist du gleich dem Bauchtanz begegnet oder gab es einige Umwege, und wie ist deine tänzerische Entwicklung dann verlaufen?

Alles hat angefangen mit einem Tumor im Schienbein. Ich komme aus einer kleinen Stadt im Nordosten Brasiliens und bin in die Provinz-Hauptstadt Recife gegangen, um mich dort operieren zu lassen. In dieser Zeit hatte ich viele Schmerzen und wollte nicht mehr, doch eine innere Stimme sagte zu mir, daß ich aufstehen solle, aufstehen zum Tanzen, um gesund zu werden.

Ich wollte dann nur noch tanzen, tanzen und tanzen. Ich bin aufgestanden und habe getanzt, unermüdlich bis heute. Es wäre vermessen zu sagen, daß ich durch den Tanz meine Krankheit überwunden habe, aber der Tanz hat wesentlich dazu beigetragen.
In Recife habe ich im Fernsehen eine Werbung gesehen über eine Tanzausbildung bei der international bekannten Tanzschule "Balé Popular do Recife". Sie feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum. Ich entschloß, in Recife zu bleiben, auf Lehramt zu studieren und zeitgleich Tanz (brasilianischer Volkstanz) zu erlernen. Es war eine sehr schwere Zeit für mich. In der Tanzschule „Balé Popular do Recife“ habe ich so hart gearbeitet, daß ich sogar zum Solisten gekürt worden bin. Hier liegen meine Wurzeln im Tanz. Mit Herzblut, Respekt, unermüdlichen Fleiß und eisernen Wille schaffte ich es, in nationalen und internationalen Shows zu tanzen. Zwangsläufig kam der Sprung über das große Wasser nach Europa. Mit dem weltbekannten Musical „Viva Brazil“, eine Tanzinszenierung der langen Geschichte Brasiliens, vom weltberühmten und einflussreicher Choreograph Jaime Arôxa aus Rio de Janeiro begann ich dann meine Künstlerkarriere und es war der Beginn einer großen Reise. Für das Musical hat der Choreograph alle berühmten Tanzschulen besucht und nur die besten zum Vortanzen bestellt. Ich hatte Glück und wurde nach Rio de Janeiro geholt.

Rückblickend kann ich aber sagen, dass diese Zeit eine sehr bedeutungsvolle richtungsweisende Zeit für mich war. Angesteckt vom Tanzen nahm ich Unterricht in Ballett, Modern und Latino Tanz. Automatisch bin ich in Kontakt mit orientalischem Tanz gekommen. Der orientalische Tanz ist in Brasilien weitverbreitet und wird dort sehr geliebt. Er war wie eine Liebe auf den ersten Blick und ist eine Liebe des Lebens geworden. Ein paar Jahre später habe ich auch Jazz und Hip Hop erlernt. In der Türkei und in Griechenland, habe ich den orientalischen Tanz intensiviert, weil er mich immer mehr faszinierte.

Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?

Ich will mich weiter im orientalischen Tanz entwickeln, meine Technik verfeinern und immer weiter lernen. Den Rest verrate ich euch noch nicht. Das bleibt geheim. Pläne gibt es mehr als genug. Zurzeit mache ich nebenbei die Fortbildung „Manuelle Therapie“ in der Physiotherapie nach dem osteopathischen Konzept, die ich dieses Jahr noch abschließen will, aber das Tanzen, die nationalen und internationalen Shows, nehmen mich sehr in Anspruch.
Was wirst du uns in Düsseldorf auf der Bühne zeigen?

Im ersten Teil tanze ich eine orientalische Tanz Routine mit Schleier, also einen Raks Sharki. Im zweiten Teil tanze ich ein Trommel-Solo gemischt mit Latino Beats. Ich zeige viele Körper-Isolationen, Bauchflattern und mein brasilianisches Temperament.

Du gibst am Sonntag nach der Gala zwei Workshops, Orientalischer Tanz: Technik und Trommelsolo-Choreographie, kannst du uns zu beiden bitte Genaueres erzählen?

Bei dem Workshop Orientalischer Tanz werden die Schüler klassische Tanzkombinationen nach Antonio erlernen, so daß sie korrekt und sauber die Bewegungen der Arme, der Hüfte und des Kopfes mit Eleganz benutzen können.

Bei dem 2. Workshop wird eine Trommelsolo-Choreo mit Salsa-Elementen, Isolationstechniken und viel "Latino" Temperament  erlernt. Also, es erwartet euch viel Feuer aus Brasilien.

Im Übrigen bin ich nicht zum ersten Mal in Düsseldorf. Ich kenne das  Tanzhaus NRW. Im Februar 2012 hat man mich im Rahmen der ORIENTALE in der Show „Masa a Nur“ Abend des Lichtes von Cihangir & Friends aus Berlin tanzen gesehen. Deshalb kenne ich die liebe Manis seit dieser Zeit. Umso mehr freue ich mich wahnsinnig auf sie und ihre 2. Oriental-Fusion-GALA 2017 Show und wünsche viel Fortune. 

In Liebe verbleibe ich mit einem orientalischen Gruß,
Euer Antonio Rodriguez
Berlin im Januar 2017

Vita Antonio Rodriguez:

Antonio Rodriguez ist Lateinamerikaner aus dem Nordosten Brasiliens. Dieser Name ist eine  Abwandlung seines Namens "Antônio Ribamar Rodrigues de Almeida". Aufgrund seines immerwährenden Durstes nach Wissen und der Hoffnung, dadurch im Leben weiterzukommen hat er ein Lehramtsdiplom für Literatur und Sprachwissenschaften auf Art of Bachelor an der Fakultät in Recife/ Pernambuco erworben. In Deutschland hat er sich zusätzlich zum „Staatlich anerkannten Physiotherapeuten“ ausbilden lassen. Zu Zeit bereitet er sich für das Examen „Manuelle Therapie“ nach dem Prinzip der Osteopathie/Alternativmedizin verschiedener Krankheits- und Behandlungskonzepte vor.

Durch seine innige Leidenschaft zum Tanz hat er die zahlreichen Stile des Lateinamerikanischen Tanzes, sowie Ballett und Jazz-Dance gelernt. Früh erkannte man sein Tanztalent und förderte ihn in und besten Tanzschulen Brasiliens. Seine tänzerischen Wurzeln liegen bei der weltberühmten Tanzschule "Balé Popular do Recife". Da sein Herz schon immer für den orientalischen Tanz schlug und er sich von diesen Rhythmen sehr angezogen fühlte, ließ er sich von angesehenen orientalischen Lehrern in angesehenen Tanzschulen Lateinamerikas,

- Balé Brasílica,
- Quinteto Violado,
- Contemporanean Dance Company Construtores,
- Ballett Lúcia D´ângelo,
- Arabian Dance Company Hannah Costa,
- Arabian Dance Company Sylvia de Oliveira
zum Bellydancer in Recife, Belo Horizonte und Rio de Janeiro ausbilden.

Mit Herzblut, Respekt, unermüdlichen Fleiß und eisernem Wille schaffte er es, in nationalen und internationalen Shows zu tanzen. Zwangsläufig kam der Sprung über das große Wasser nach Europa. Mit dem weltbekannten Musical „Viva Brazil“, eine tänzerische Wiedergabe der reichhaltigen großen Geschichte Brasiliens, inszeniert vom weltberühmten und einflußreichen Choreographen „Jaime Aroxa“ aus Rio de Janeiro, begann er seine Künstlerkarriere, und es wurde der Beginn seiner Großen Reise.

In Europa war er in Griechenland und in der Türkei erfolgreich unterwegs und hat dort seine Bauchtanzqualitäten noch stärker vertieft und weitere Erfahrungen gesammelt.

In Berlin hat er seine neue Heimat gefunden. Er begann 2007 bei der orientalischen Dinner Show „Die Hochzeit des Wesirs", in „Madi - Das Zelt" und 2008 im Tropical Island in der Gala Tanz-Show "Magie der Tropen" bei Wonder Works Entertainment Consulting.

Seit 2009/2010 sah man ihn tanzen in der großen lateinamerikanischen Tanzrevue „Noch nie war Brasilien so nah“  bzw. "Magic of Brazil", finanziert durch der Manthey-Event-Agentur, in ganz Deutschland und Europa. Er war dort der Starsolist der Show. Hier tanzte er Afro, Lambada, Forró und sein „Special Frevo“. Man sagt ihm nach, daß er einer der besten Frevo-Solisten in Europa sei. Frevo wurde 2012 von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit ernannt. 

Bei zahlreichen Großveranstaltungen, wie „Karneval der Kulturen 2010/11/12“, „Neukölln 24“ in Berlin, „TFF Rudolstadt“ in Thüringen, „ITB 2009/10/11/12/13/14/15“ Leitmesse der weltweiten Reisebranche, „Tanz der Kulturen 2010/11/12“ und bei „Gärten der Welt 2012, Sultanfest 2015“ in Berlin wurde u. wird er immer wieder gerne engagiert.

In dem Tanzprojekt "Königin Tarmuz - Orientalische Nacht“ created by Maestro Management, ein orientalisches Tanztheater, ging er als Reisender im Prinzregententheater in München, Frankfurter Hof in Mainz und Luxemburg etc. auf Tournee.

In dem Projekt „Masa an Nur - Abend des Lichts“ und Orientesque I u. II, Cihangir & Friends 2013 -  hat man ihn in der UFA-Fabrik und bei der ORIENTALE 2012 in Düsseldorf tanzen gesehen.

Bei zahlreichen orientalischen Festivals bzw. Galashows national und international ist er inzwischen ein fester Bestandteil der Tanzensembles geworden.

Hier einige Referenzen: 

Nachtigall 2012 in Hamburg, World of Orient 2013/2014/2015/2016 in Hannover, 2./3./5. OrientXpress 2011, 2012, 2014 in Hamburg, Magie des Orients 2013 in Dresden, Basar Oriental 2014 in Berlin, FIFA World Cup Trophy Tour 2015 in Berlin, Orientalische Nacht 2015 in Leipzig, Al Andalus Jewels,  2015 in Malaga Spanien, Desert Rose Festival 2015/2016 in Eilat – Israel, Tausend & eine Vielfalt 2015 in Wolfsburg, RAKS Berlin 2016 in Berlin.

Durch sein außergewöhnliches und Genre übergreifendes Talent zum Tanzen wurde er bei „Tanz der Kulturen“ in Berlin als Bollywood-Tänzer und zu zahlreichen Fashionshows weiter engagiert.

Zurzeit kann man ihn live erleben in der Dinner Show „Karawane“ bei MADI – Zelt der Sinne in Berlin. Dort war er auch mehrmals in Shows, wie z.B. das Erotische Märchen, zu sehen.

Gleichzeitig arbeitet er als Tanzlehrer in der orientalischen Tanzschule "La Caminada", der brasilianischen Tanzschule "Frevo" und "ARTDance Tanzstudio" in Berlin für alle Arten des Lateinamerikanischen Tanzes von Zouk, Salsa, Samba bis hin zu Lambada. Inzwischen gibt er deutschlandweit orientalische u. lateinamerikanische Workshops, die von den zahlreichen Besuchern begeistert angenommen werden.

Aufgrund seines künstlerischen Tanzerfolges im orientalischen sowie lateinamerikanischen Tanz in den letzten Jahren hat er sehr viele Arrangements deutschland- u. europaweit. Viele reißen sich um ihn und wollen ihn bei sich in diversen regionalen, nationalen und internationalen Shows tanzen sehen.

Antonio Rodriguez tanzt inzwischen seit 20 Jahren und ist ein Perfektionist in der Choreographie. Er ist ein professioneller, ausdrucksstarker und hinreißender Tänzer, der das Publikum durch seine kraftvolle und schlangenförmige Darstellung ins Staunen versetzt. Sein einzigartiges „Bellyflutter“ ist eine artistische Glanzleistung, die jahrelanges Training voraussetzt. Er transferiert seinen Tanz in eine höhere Form der reinen Kunst.

Sein ganzes Herz schlägt für den orientalischen Tanz. Inzwischen wird er in der orientalischen Tanzszene „Prinz of Bellydance“ genannt.

Aufgrund seiner tänzerischen Vielseitigkeit ist er ein hochbegabtes Multitalent, welches die Tanzszene enorm bereichert hat. Sein eigener Tanzstil „The New Art of Bellydance“ hat der orientalischen Tanzwelt, besonders dem „Male Bellydance“,  einen neuen Ausdruck verliehen.

Damit ist er einer der erfolgreichsten Nachwuchskünstler, den die deutsche bzw. europäische Tanzwelt in den letzten Jahren hervorgebracht hat.

Antonio Rodriguez ist zu Gast bei der

2. Oriental Fusion Gala
am Fr., 24. Februar 2017 in Düsseldorf, im Capitol Theater

Veranstalter: Deans Bisto
künstlerische Leitung: Manis

Es gibt noch Karten!
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Für weitere Infos und zur Anmeldung zu den Workshops mit Antonio
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Photos ©: 1-5 Dieter Dewald, 6 André Elbing
Grafik/WebDesign: Konstanze Winkler
Die beiden Workshops finden statt am So., 26.02., im "tanzhaus nrw".
11:00 - 13:15h: Orientalischer Tanz (Technik),
14:30 - 17:45h: Trommelsolo-Choreo